Zurück in die Vergangenheit

Eine ganz besondere Zeitreise durch den Schwarmstedter Ortskern wurde den zahlreichen Besuchern geboten. Auch ein historischer Feuerwehreinsatz durfte dabei nicht fehlen. Foto: F.Krebs

Rund 150 Besucherinnen und Besucher ließen sich auf eine ganz besondere Zeitreise mitnehmen

Schwarmstedt (fk). Eine spektakuläre Reise durch die Vergangenheit erwartete am Samstag rund 150 interessierte Besucherinnen und Besucher in Schwarmstedt.
Der eineinhalbstündige Rundgang, in Begleitung der Theatergruppe PROvinzBÜHNE, startete an der St.-Laurentius-Kirche und endete am Uhle-Hof.
Bereits am Startpunkt der Zeitreise wurde den Zuschauern ein spannender und informativer Einblick in die Geschichte gewährt. „Die erste urkundliche Erwähnung der ecclesia in Swarmstide fand man in der Schenkungsurkunde des Edelherrn Mirabilis“, berichtete Gästeführerin Rita Grundwald-Qual. Der ehemalige Friedhof herum der St.-Laurentius-Kirche wurde in den Jahren 1836/37 geschlossen. Amts-Assessor Georg Heinrich Schlüter schenkte der Kirchengemeinde für den Bau eines neuen und größeren Friedhofs an der Straße nach Bothmer.
Ein besonderes Highlight erwartete die zahlreichen Besucherinnen und Besucher vor dem Gasthaus Tepe, welches eine der ältesten Gaststätten in Schwarmstedt ist. Während Rita Grundwald-Qual über den Brand des Lokals 1852 berichtete zog lautes Hufgeklapper die Aufmerksamkeit der Gäste auf sich und eine historische Postkutsche kam zum Vorschein. Die Gastwirtschaft diente nämlich ab dem 29. Juli 1877 ebenfalls als Poststation und Telegrafenstelle für die Schwarmstedter.
Am Hartmanns Hof legte man eine kleine Verschnaufpause ein und ließ sich kulinarische Leckereien schmecken. „Ich möchte noch erwähnen, dass unsere ausländischen Mitbürger unter anderem das Essen gestellt haben “, bemerkte die Gästeführerin. Wenige Meter nach der Station „Hartmanns Hof“ erklang lauter Alarm und die Feuerwehr rückte mit einem historischem Löschfahrzeug zur Brandbekämpfung aus. „Besonders furchtbar war es damals, wenn es brannte. Jeder Bürger war verpflichtet einen Ledereimer und eine Feuerleiter zu besitzen, um im Fall eines Feuers dem Nachbarn zu helfen“, erklärte Rita Grundwald-Qual. Die Reise endete schließlich im Uhle-Hof. Dort wurden die Zeitreisenden schon mit Bratwürstchen und kühlen Getränken erwartet. Zur Begeisterung der Zuschauer präsentierten die Einsatzkräfte der Feuerwehr noch eine Löschübung auf dem Uhle-Hof-Platz.
Bereits am Vorabend richtete Bürgermeisterin Claudia Schiesgeries ihren außerordentlichen Dank an alle, die sich ehrenamtlich für diesen besonderen Tag engagierten. „Es ist interessant wie die Geschichte Schwarmstedts zustande gekommen ist. Was in Hannover der „rote Faden“ ist, sind bei uns die Schilder mit den blauen Rändern“.
Auf insgesamt drei Touren kann jeder seine ganz eigene Zeitreise beginnen und spannende sowie geschichtliche Informationen zu jedem Gebäude mit einem Schild erfahren.