Zwei Gitarren für junge Nachwuchsmusiker

Jorge Kosch mit Jasmin Bade und Christian Guß, die die Gitarren seines Vaters erhalten haben.
 
Rudi Kosch ist einigen älteren Wedemärkern noch ein Begriff.

Wedemärker Jorge Kosch übergibt das Vermächtnis seines Vaters

Wedemark (awi). Jorge Kosch aus Wennebostel ist Musikproduzent, spielt aber selbst schon lange nicht mehr Gitarre. Die beiden Gitarren seines im Dezember 2006 verstorbenen Vaters Rudi Kosch wollte der Musikliebhaber aber gern in kompetenten Händen sehen. Darum hat er sie an zwei talentierte junge Nachwuchsmusiker übergeben, zu denen Gitarrenlehrer Boyan Karanjuloff den Kontakt hergestellt hat. Die 16-jährige Jasmin Bade und der 18-jährige Christian Guß haben seit 2007 bei Karanjuloff Unterricht. Am Anfang als Zweier-Gruppe, später Einzelunterricht damit es effektiver ist. Zusätzlich zum E-Gitarrenunterricht nehmen beide Teil an anderen Angebote der Musikschule Wedemark: Jasmin spielt in der Big Band der Musikschule, der von Coco Guerra geleitet wird und in Percussion Tonal, einer etwa 20 Musiker starken Band, die hauptsächlich aus Schlagzeug- und Percussionsinstrumenten besteht. Percussion Tonal wird von dem Musikschulleiter Dieter Stein geleitet und habt mehrere CDs aufgenommen. Die Band tritt regelmässig auf, auch bereits in Dänemark und den USA.
Christian spielt auch bei Percussion Tonal mit und in der Band Bumchucks, die kein Angebot der Musikschule ist, aber aus Schülern derselben besteht, wie Marius Lürig (Sohn von Heiner Lürig) oder Frontmann Felix Fleischer. Mit Bumchucks hat Christian Guß auch schon eine CD aufgenommen.
Jorge Kosch ist sich sicher, dass seine Entscheidung, die Gitarren diesen beiden jungen Musikern zu übereignen, im Sinne seines Vaters gewesen wäre: „Mein Vater war Musiker und Lehrer in der Wedemark. Da hat es sich ergeben, dass er im Laufe der Jahrzehnte sehr vielen jungen Menschen in der Wedemark Grundlagen auf der Gitarre beigebracht hat. Auch auf diesen beiden Instrumenten, die nun in neue spielende Hände gekommen sind.“
Wenn von Rudolf Kosch die Rede ist, muss man auch das GOP erwähnen. Rudolf Kosch und das Winfried-Sander-Quartett ließen nach vielen Jahren der Stille wieder das Leben im GOP und der „Gondel“ erklingen – das Winfried-Sander-Quartett war die erste Band, die 1949 nach der Wiedereröffnung im Varieté und im Restaurant auftrat. Vor Jahren kam der damals 78 Jahre lte Winfried Sander (78) mit Rudolf „Rudi“ Kosch, damals 79 Jahre alt, Bandkollege der ersten Stunde, wieder an die alte Wirkungsstätte zurück. Die beiden ließen sich vom GOP-Direktor Werner Buss (39) erst einmal zeigen, was sich alles verändert hat. Kosch erklärte damals mit einem zufriedenen Lächeln: „Schon aufregend, wieder hier zu sein.“ Und aufregend war auch die Zeit, als sie Abend für Abend für die musikalische Untermalung des Varieté-Programms sorgten. Sander: „Damals war alles anders. Nachmittags haben wir die Noten von den Künstlern bekommen, dann gabs eine Probe, abends musste alles sitzen.“ Und es saß, denn es war eine „gute Truppe“. In verschiedenen Formationen standen Sander und Kosch auch mit Stars wie Lale Anderson auf der Bühne. Mit dabei war auch Wolfgang Roloff, der heute in Bremen ein eigenes Tonstudio hat, in dem auch schon Techno-Stars wie Sven Väth (34) oder Hip-Hop-Gruppen wie Absolute Beginner Songs aufnahmen. Im Winfried-Sander-Quartett spielte auch der mittlerweile verstorbene Günther Platzeck, der später als Pianist von James Last durch die Welt tourte. Sander schwärmt von dieser Zeit: „Im GOP zu spielen, war etwas Besonderes.“