Zwei neue Ratsmitglieder verpflichtet

In seiner Funktion als 1. stellvertretender Bürgermeister verpflichtete Helge Zychlinski (l.) am Montagabend seinen Vater Walter Zychlinski als neues SPD-Ratsmitglied, während im Hintergrund Ratsvorsitzender Heiner Peterburs der neuen SPD-Ratsfrau Rebecca Schamber gratuliert. Foto: A. Wiese

Walter Zychlinski und Rebecca Schamber kommen für Fritz Schöning und Niklas Mühleis

Bissendorf (awi). In Abwesenheit von Bürgermeister Tjark Bartels hat der erste stellvertretende Bürgermeister Helge Zychlinski (SPD) am Montagabend zunächst zwei SPD-Ratsmitglieder verabschiedet und dann zwei neue verpflichtet: Niklas Mühleis, der bisher jüngste SPD-Ratsherr zieht nach Hannover und verliert damit sein Mandat, der 73-jährige Fritz Schöning, das bisher älteste SPD-Ratsmitglied, hat seine Mandate in Rat und Ortsrat nach 31 Jahren kommunalpolitischer Tätigkeit nach nur sieben Monaten in der neuen Ratsperiode „aus persönlichen und familiären Gründen niedergelegt. Neu dabei sind für die SPD Walter Zychlinski aus Elze und Rebecca Schamber aus Abbensen. Der Elzer Grundschulrektor und Vater des SPD-Ratsherrn und 1. stellvertretenden Bürgermeisters Helge Zychlinski rückt für Mühleis nach, nachdem der eigentliche Nachrücker Jörg Woldenga aus Resse verzichtet hatte. Schamber beerbst Fritz Schöning in der SPD-Ratsfraktion.
Helge Zychlinski verabschiedete zunächst Mühleis und Schöning mit herzlichen Worten, wobei er ebenso wie wenig später SPD-Fraktionschef Jürgen Benk bei Mühleis vor allem dessen Engagement für soziale Themen und die Wiederbelebung des Jugendparlamentes in den Vordergrund stellte, und Fritz Schöning bescheinigte, nicht nur in seinem Heimatort Bissendorf, wo er lange stellvertretender Ortsbürgermeister und seit November 2011 Ortsbürgermeister war, seine Spuren hinterlassen zu haben. Schöning habe sich in der Ratspolitik als ehemaliger Lehrer auch sehr für die Themen Schule und Bildung eingesetzt und durch seine ausgleichende Art die SPD-Ratsfraktion bereichert, waren sich Helge Zychlinski und Jürgen Benk einig.
Noch eine weitere Personalie gab es im Rat: Vor der fast komplett angetretenen Elzer Feuerwehr in den Zuhörerreihen verpflichtete die Erste Gemeinderätin Konstanze Beckedorf den Elzer Ortsbrandmeister Dieter Fenske für eine weitere Amtsperiode. Fenskes aktuelle Periode als Ortsbrandmeister läuft im August dieses Jahres aus. Die Elzer Feuerwehrkameraden hatten ihren Brandmeister bereits bei der Hauptversammlung Anfang des Jahres erneut gewählt. Dieses Votum wurde jetzt vom Rat einmütig bestätigt. Ebenso einstimmig befürworteten die Ratspolitiker die Beförderung der Obersekretärin Claudia Kaminski im Team Soziales zur Gemeindehauptsekretärin. Auch die geplante Änderung der Satzung des Jugendparlamentes, die künftig die Online-Wahl des Gremiums durch die wahlberechtigten Jugendlichen vorsieht, passierte den Rat. Allerdings hätte die CDU gern parallel die herkömmliche Wahlmöglichkeit erhalten. Man sehe aber ein, dass der Aufwand hierfür zu groß sein, erklärte Rudi Ringe für die CDU.
Während der Bebauungsplan „Bauamtsgelände“ und die zweite Änderung für den B-Plan Kreuzkamp in Mellendorf einstimmig den Rat passierten, gab es Uneinigkeit zwischen SPD und Grünen auf der einen sowie CDU, FDP, WGW und Die Linke auf der anderen Seite über den Fortbestand der Birkenreihe im Bebauungsplangebiet Am Rutenberg (alter MTV-Sportplatz). Während die Birken für SPD und Grüne „ortsbildprägend“ und unbedingt erhaltenswert sind, sind sie aus Sicht der CDU ohnehin in wenigen Jahren abgängig und schmälern den Erlös aus dem Verkauf des Baulandes bei einem Quadratmeterpreis von 150 Euro um mindestens 80.000 Euro, eine Summe, die sich die Gemeinde nicht leis-ten könne, zu verlieren, so Jessica Borgas von der CDU. Auch für den von der Ratsmehrheit gewünschten Fußweg an der Birkenreihe würden neben den Baukosten Pflegekosten anfallen. FDP-Ratsherr Erik van der Vorm teilte in diesem Punkt die Ansicht der CDU. In einem anderen, ebenfalls den Bebauungsplan Am Rutenberge betreffend, schlug er sich allerdings auf die Seite von SPD und Grünen. Die möchten nämlich im neuen Baugebiet einen Spielplatz für kleinere Kinder anlegen, was die CDU ihrerseits für überflüssig hält. Sie verweist auf den attraktiven Abenteuerspielplatz auf der anderen Straßenseite am Kreuzkamp und möchte, dass die Kinder der beiden Baugebiete zusammen spielen. Die SPD setzt dagegen, dass das Kindeswohl an erster Stelle stehen müsse und das sei mit der Überquerung der stark befahrenen Straße zum Lönssee gefährdet, an der es auch keinen Fuß- und Radweg gebe. Ein weiterer, wenn auch untergeordneter Grund, sei die Lärmbelastung für die Anwohner am Kreuzkamp, führte Werner Husmann für die SPD aus. Dass Sven Sobanski von der CDU daraufhin anführte, Kindergeschrei sei nach höchstrichterlicher Entscheidung keine Lärmemission, brachte bei der SPD Helge Zychlinski auf die Palme. Er warf Sobanski vor, Husmann nicht zugehört zu haben, sonst würde er nicht so „hanebüchenen Blödsinn“ reden. Die SPD habe kein Problem mit dem Kinderlärm, sondern wolle gerade bessere Bedingungen für die Kinder schaffen. Für den zweiten Spielplatz sprach sich auch die FDP aus. SPD und Grüne nutzten ihre Mehrheiten, um den Bebauungsplan so, wie sie ihn sich vorstellen, auf den Weg zu bringen.