Zweite Ausgabestelle gut angenommen

Diese Flüchtlingsfamilie aus Gailhof kam am Montag zum ersten Mal zur Ausgabestelle in Elze. Eine hilfsbereite Bekannte hatte sie mit dem Auto hergefahren. „Nächstes Mal kommen wir mit dem Bus, kein Problem“, versicherte das junge Mädchen, das bereits gut Deutsch verstand und sich bei Margarete Keiser für die Familientüte bedankte.Foto: A. Wiese

Die Tafel hat in Elze mittlerweile schon 46 Kunden – fast alle sind Flüchtlinge

Elze (awi). Gut drei Monate ist es her, dass die Langenhagener Tafel ihre zweite Ausgabestelle in der Wedemark eröffnet hat. Im evangelischen Gemeindehaus in Elze sind insgesamt in wechselnder Besetzung 16 ehrenamtliche Mitarbeiter im Einsatz, um jeden Montag von 12 bis 13 Uhr die Tüten mit Lebensmitteln an die Bezugsberechtigten auszugeben. Deren Zahl ist von 18 bei der ersten Ausgabe am 4. April auf mittlerweile 46 angewachsen. Nur drei der Bezugsberechtigten haben keinen Flüchtlingsstatus. 21 Familientüten werden ausgegeben und 25 kleine Tüten. 30 sind mit dem Buchstaben „M“ für Moslem gekennzeichnet und enthalten damit weder Fleisch noch Wurst.
Die Bezugsberechtigten kommen aus Elze, Meitze, Mellendorf, Abbensen, Negenborn, Oegenbos-tel, Plumhof und Gailhof. Für die Ausgabestelle an der evangelischen Kirchengemeinde in Bissendorf ist die zweite Ausgabestelle in Elze auf jeden Fall eine deutliche Entlastung. Dort hatte zuletzt Aufnahmestopp geherrscht, weil die ehrenamtlichen Mitarbeiter den Ansturm von mehr als 120 Bezugsberechtigten nicht mehr hatten bewältigen können. Auch vorgestern kommen die ersten Tafelkunden bereits um kurz vor 12 Uhr, grüßen freundlich, zeigen ihren Berechtigtenausweis, bezahlen ihren Euro, bedanken sich herzlich und verstauen ihre zwei Tüten – eine mit frischen Lebensmitteln und eine mit Obst und Gemüse – im Fahrradkorb oder im Trolley. Wer die Möglichkeit hat, gefahren zu werden, gerade aus den ein wenig weiter entfernt gelgenen Ortschaften, lässt sich von Bekannten oder Nachbarn mit dem Auto fahren beziehungsweise nimmt selbst noch für andere Berechtigte Tüten mit. Ein Blick in die aktuelle Tüte zeigt: Heute gibt es unter anderem Salat, Zaziki, Müsli, Joghurt, Fish-Snacks und Brot, in den nicht mit M gekennzeichneten Tüten außerdem Fleisch und Wurst. In der Gemüse- und Obsttüte finden sich Tomaten, Kartoffeln, Zwiebeln,
Paprika und Zitronen, außerdem Pfirsiche, Aprikosen, Äpfel und Kiwis. Bereits um 9 Uhr hat Rudolf Kaminski das Gemeindehaus aufgeschlossen, die Tische hingestellt und die Tüten vom Fahrer der Langenhagener Tafel angenommen. Das macht er jede Woche. Oft ist er dann wie auch an diesem Montag um kurz vor 12 Uhr wieder da, um die Damen, die regulär „Dienst“ haben, bei der Ausgabe der Tüten zu unterstützen. In dieser Woche sind das Gerda Sandau, Brigitte Graack und Margarete Keiser. Doch wie meis-tens sind auch an diesem Montag mehr helfende Hände da: Gisela Kaminski hat ihren Mann begleitet, greift zu, wo sie gebraucht wird. Alle freuen sich über den netten Ton und die freundliche Art der Bezugsberechtigten, die ihre Tüten holen. Auch das Kassieren des symbolischen Euro ist kein Problem. „Und hat wirklich mal jemand den Euro nicht mit, legt er ihn garantiert in der nächsten Woche unaufgefordert auf den Tisch“, erzählt Gisela Kaminski. In Elze gäbe es noch Kapazitäten in der Ausgabestelle: Wer mit den entsprechenden Papieren seine Bedürftigkeit nachweist, bekommt in der Regel schon eine Woche später seine Tüte.