Zwischenbilanz: Studie zeigt Defizite für Senioren in der Wedemark

Günter Willers und Helmut Lohmann (rechts). Mit der Verpflichtung von Lohmann ist der Seniorenbeirat wieder komplett. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Seniorenbeirat wieder komplett: Helmut Lohmann rückte nach

Bissendorf (hhs). Der Seniorenbeirat der Gemeinde Wedemark ist wieder komplett: Helmut Lohmann aus Elze nimmt seit Mittwoch dieser Woche den Platz von Peter Völker ein, der aus gesundheitlichen Gründen sein Amt zur Verfügung gestellt hatte. Lohmann legte die Verpflichtung ab und er übernimmt auch die Aufgaben seines Vorgängers im Ausschuss für Bau und Verkehr sowie im Präventionsrat der Gemeinde.
Im Zentrum der Tagesordnung der letzten Sitzung des Seniorenbeirates am Mittwoch stand allerdings eine Zwischenbilanz der Auswertung der Studie, die der Beirat zur Erforschung der Lebenssituation von Senioren in der Wedemark initiiert hatte. Nachdem die Studie vorlag, hatte der Beirat vier Arbeitsbereiche für Arbeitsgruppen festgelegt, wo das Werk deutliche Defizite für Senioren, die in der Gemeinde Wedemark leben, aufzeigt. Rainer Gerth machte den Anfang für den Bereich Bildung und Kultur: „Eigentlich fehlt es an nichts in der Gemeinde, sich zu informieren“, leitete der Referent seine Rede ein. „In vielen Fällen werden die Angebote von den Senioren nicht genutzt oder es findet sich nur ein geringer Anteil an Älteren unter den Nutzern. Es tauchen immer wieder die gleichen auf bei Lesungen, Theater, Konzerten, Ausstellungen oder bei Kino im Dorf“. Er wolle sich nun bemühen, eine Wilhelm-Busch Lesung zu organisieren und schlug vor, Termine für Senioren mit einem langen Vorlauf und für einen Zeitraum von vier Wochen zu veröffentlichen
Peter Jaax berichtete zu einem sehr schwierig zu bewertenden Ergebnis der Studie: 80% der Befragten hatten geäußert, dass sie noch sehr mobil leben. Die S-Bahn wurde als ausgesprochen gut eingeschätzt von den Senioren, schlecht seien die Busverbindungen und die meisten Senioren wüssten nicht, wie das mit dem Ruftaxi funktioniere. „Jeder Ortsteil in der Gemeinde Wedemark ist über öffentliche Verkehrsmittel erreichbar, aber es bleibt die Frage: Wann? Die Verbindungen innerhalb der Gemeinde sind bis 20.00 Uhr gut, ab 20.00 Uhr sind sie nur nach außen gut“, so Jaax. Sein Fazit: „ Wir sollten das Ruftaxi beibehalten aber deutlich machen, wie es funktioniert. Die Busverbindungen innerhalb der Gemeinde sollten bis 21.00 Uhr aufrecht erhalten werden. Bei Großveranstaltungen in Mellendorf oder Bissendorf müssen wir überlegen, wie wir die Heimfahrt für Senioren organisieren können“.
Zur Wohnsituation von Senioren in der Gemeinde hatten 10% aller Befragten, etwa 750, erklärt, sie planten einen Umzug innerhalb der Wedemark. In den meisten Fällen wurde angegeben, man suche eine kleinere Wohnung oder ein Haus mit kleinem Grundstück. Rolf Reupke leitete daraus einen großen Bedarf an Möglichkeiten zu betreutem Wohnen ab und bezeichnete das als Markt der Zukunft in der Wedemark. Gespräche mit dem Bauamt hatten ergeben, dass es gegenwärtig kaum eine Nachfrage von Investoren im Bereich „betreutes Wohnen“ gebe, „und die Firmen, die es versucht haben, sind auf die Schnauze gefallen. Wenn keine Nachfrage vorhanden ist, kann niemand den Bedarf sehen“. Günter Willers erklärte, in Bissendorf plane ein Wedemärker Pflegedienst eine Wohngemeinschaft für Senioren und ein Seniorencafé. Er appellierte an junge Bauherren, auch ans Alter zu denken und ihre neuen Häuser gleich Senioren gerecht mit breiten Treppen für späteren Lifteinbau und breiten Türen stufenlos und barrierefrei zu planen. An die Gemeinde richtete er den Appel, große Grundstücke für betreutes Wohnen vor zuhalten angesichts des hohen Bedarfs in der Wedemark. Die Bauleitplanung müsse diesen Markt der Zukunft berücksichtigen.
Der letzte Punkt der Studie zu Betreuung, Pflege und Dienstleistungen blieb unbesprochen, weil der Referent wegen Krankheit fehlte. Das wird in der nächsten Sitzung des Seniorenbeirates nachgeholt.
Bleibt nachzutragen noch ein Hinweis aus der Bürgerfragestunde: Michael Falda regte an, das Haus am Teich in Mellendorf, Allerhop, stärker zu nutzen. Der Seniorenbeirat möge die Gemeinde ansprechen, ältere Mitbürger an den Planungen zu beteiligen, um das Haus am Teich seniorengerecht zu gestalten. Ältere Mitbürger, die daran mitarbeiten möchten, können Regina Niehoff bei der Gemeinde Wedemark, ansprechen.
Ein weiterer Punkt, der ausführlich erörtert wurde, war die Erhöhung der Gebühren auf den gemeindeeigenen Friedhöfen. Der Sprecher des Beirates, Rolf Reupke, regte einen Einspruch des Seniorenbeirates an. Die Erhöhung treffe in erster Linie sozial schwache Mitmenschen, die das nicht zahlen könnten. Er schlug vor, die Gemeinde möge überprüfen, ob die Erhöhung nötig ist und ob es Möglichkeiten zu Nachlass oder Ermäßigung gibt.