Gute Aussichten für die Ohren

Kinder müssen gut hören können, um Sprache zu lernen. Beim Neugeborenen-Hörscreening wird das Gehör schon wenige Stunden nach der Geburt getestet. (Foto: Darren Baker-Fotolia.com/akz-o)

Säuglinge früh auf Hörstörung testen

Wir werden immer gesünder älter. Degenerative Prozesse werden uns dennoch nicht verschonen – wie die Schwerhörigkeit. Sie kann schon ab 50 Jahren einsetzen und zu massiven Problemen führen, wenn sie unversorgt bleibt. Extrem wichtig ist gutes Hören für Kinder – Säuglinge sollten deshalb früh auf angeborene Hörstörungen untersucht werden; dafür gibt es jetzt auch ein fortschrittliches Gesetz.
Ältere Menschen wollen heute aktiv sein, Aufgaben übernehmen, am gesellschaftlichen Leben teilhaben. In Zukunft wird sich diese Tendenz weiter verstärken, vermutlich wird auch die Lebensarbeitszeit deutlich länger werden. Menschen, die nicht mehr gut hören, brauchen eine professionelle Versorgung mit Hörsystemen, damit sie gesellschaftlich integriert bleiben und in der Arbeitswelt bestehen können.
So sieht der professionelle Versorgungsweg aus: Ein HNO-Arzt prüft die Ursachen eines Hörverlustes. Sind Hörgeräte erforderlich, überweist der Arzt den Patienten zum Hörgeräteakustiker. Nach einer ausführlichen Hördiagnostik passt der Akustiker ein geeignetes Gerät stufenweise an die Hörbedürfnisse des Betroffenen an. Dieser kann in seinem Alltag verschiedene Geräte ausprobieren. „Am Ende stehen Hör-Ergebnisse, die für die Betroffenen so optimal wie möglich sind, zumal, wenn Hörtrainings- oder audiotherapeutische Maßnahmen einbezogen werden.“ Dies erklärte kürzlich Martin Blecker von der Europäischen Union der Hörgeräteakustiker e.V. auf dem Internationalen Hörgeräteakustiker-Kongress in Nürnberg. Für die Jüngsten unserer Gesellschaft existiert seit dem 1. Januar 2009 ein neues Gesetz: Jedes Neugeborene hat Anspruch auf die Überprüfung seines Gehörs. Dies geschieht bereits in den ersten Stunden nach der Geburt und wird von den Gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Das ist ein echter Fortschritt. Leider haben erste Erfahrungen aus Modellregionen vor Einführung des Gesetzes gezeigt: Ist bei einem Säugling eine Hörstörung diagnostiziert, meiden Eltern häufig eine Folgediagnostik und ggf. eine Versorgung.
„Es ist fatal, wenn angeborene Hörstörungen nicht erkannt und behandelt werden“, erklärt Martin Blecker von der Europäischen Union der Hörgeräteakustiker e.V. „Denn dann sind Entwicklungsverzögerungen und -defizite vorprogrammiert und eventuell bleibende Störungen die Folgen.“ Folgen, die vermeidbar sind!