24 h-Radtour um Brelinger Berg

Private Fahrt, kein Wettrennen mit Wertung

Brelingen. Am Sonnabend, 21. Juni, starten etwa 20 Rennradfahrer um 12 Uhr in Brelingen/Wedemark zur ersten Tour “24 Stunden um den Brelinger Berg“. Der Name ist Programm: erst am Sonntag um 12 Uhr ist diese Tour beendet. Mit Verpflegungs- und Schlafpausen wollen alle Teilnehmer aus der Region Hannover für sich erfahren, wie weit sie in 24 Stunden auf dem Rad kommen.
Die Strecke ist denkbar einfach; die nordhannöverschen Rennradfahrer kennen sie als “Brelinger Berg Runde“, die in 17 Kilometer Länge durch Brelingen, Negenborn, Abbensen, Rodenbostel, Bennemühlen wieder nach Brelingen führt. Die Idee hat sich aus den Touren der letzten Jahre entwickelt. Zuerst traf man sich mehrere Male in der Nacht der Winterzeitumstellung im Oktober abends um 22 Uhr, um die Zeitumstellung um 3 Uhr morgens aktiv auf dem Rad zu erleben. 2013 entstand zusätzlich die Idee, die kürzeste Nacht des Jahres komplett auf dem Rennrad zu verbringen. So wurde um 20 Uhr gestartet, um bis morgens um fünf nach knapp 240 Kilometer die Nacht hinter sich gebracht zu haben. Nun also 24 Stunden. Jeder Teilnehmer hat eigene Ziele und Erwartungen. Viele sind bereits in Staffeln oder allein beim größten 24-Stunden-Event auf dem Nürburgring gestartet. Der Reiz der Formel 1-Rennstrecke mit der berühmten Nordschleife bleibt hier aus. Es geht um eine private, nicht kommerzielle Fahrt, bei der der Spaß zwar im Vordergrund steht, aber doch auch erhebliche Herausforderungen an „Körper und Geist“ entstehen werden, eben wenn die Müdigkeit und Erschöpfung nach dem Schlafsack im Vereinsheim FC Brelingen rufen. Dort haben sich die Teilnehmer für dieses Wochenende eingemietet, um Verpflegung, Schlafplätze und Duschen sicher zu stellen.
Interessant wird es nach neun Stunden Fahrt, wenn an der
Strecke in Brelingen das Public Viewing zum WM-Spiel gegen Ghana beginnt. Die Taktik jedes Einzelnen wird sich unterscheiden. Wer dem Spiel folgt, verpasst einen der Highlights der 24 Stunden: den Beginn der Dämmerung und die Fahrt in die Nacht, seit jeher ein beeindruckendes Erlebnis. Arne Schiereck ist der Initiator und Organisator, 47 Jahre alt, seit 28 Jahren als Triathlet aktiv, aus Bissendorf, und steht im Juli vor seiner 25. Ironman-Distanz (3,8 km Schwimmen, 180 km Rad, 42 km Marathon) in Roth.
Der Kern der Bissendorfer Rennradler ist nicht wettkampf-orientiert, unternimmt aber gern eigene Touren, zum Beispiel nach oder von Schleswig oder Berlin über 300 Kilometer, überquert die Alpen auf dem Rad, läuft schon mal einen Marathon auf den Wedemärker Feldwegen oder schwimmt in Zehn-Kilometer-Etappen die Leine ab.