Bissendorf Panther unterliegen in Essen

Mit 12:7 unterlagen die Wedemärker am Sonnabend in der 1. Inlinehockey Bundesliga beim SHC Rockets Essen. Dabei spiegelt das Ergebnis in der Höhe nicht den Spielverlauf wieder – bis zehn Minuten vor Schluss lagen die Panther nur einen Treffer hinter den Rockets, die am Ende aber das bessere Ende für sich hatten und mit dem Sieg ihren zweiten Tabellenplatz festigten. Die Raubkatzen rangieren nun auf dem sechsten Rang in der ersten Skaterhockeybundesliga.
Das Team aus der Wedemark war gewarnt vor der erwartet schweren Aufgabe in Essen: Zum einen zählt Essen zu den Titelkandidaten in diesem Jahr und zum anderen schossen die Rockets in sechs ihrer sieben Partien jeweils mehr als zehn Tore. Lediglich eine Niederlage mussten die Nordrhein-Westfalen in dieser Saison einstecken. Entsprechend selbstbewusst starteten die Rockets in die Partie und sorgten insbesondere durch ihre mit Eishockeyprofis gespickten Offensive für erhebliche Probleme bei den Panthern. In Spielminute sieben musste dann erstmals Panthertorwart Dany Sellmann hinter sich greifen. Allerdings konnte Felix Gollasch auf Vorlage von Lars Carlsen vier Minuten später ausgleichen. Der Ausgleich war zunächst etwas schmeichelhaft, rollte doch ein Rocket-Angriff nach dem anderen auf die Panther zu. In der 13. Spielminute erwischte es die Niedersachsen dann richtig: Mit einem Doppelschlag von Wegener und Klein legte der SHC vor und in der 16. Minute erneut durch Wegener nach. Es drohte eine herbe Niederlage, aber die Raubkatzen kämpften aufopferungsvoll und konnten mit der Schlusssirene durch Patrick Baude den Anschluss zum 2:4 herstellen.
Das zweite Drittel hatte es dann in sich: Die frenetischen Zuschauer in ohnehin aufgeheizter Atmosphäre sahen ein absolut physikalisches Spiel mit extrem viel Härte und harten Checks. Allerdings unterstellten die Schiedsrichter den Panthern allzu oft unsauberes Spiel und so verbrachten die Raubkatzen zehn Minuten des Mittelabschnittes in Unterzahl. Die Unterzahlspezialisten der Panther – insbesondere die Formation aus Tommy Sellmann, Marvin Freitag und Jan Pries – erwischte aber einen hervorragenden Tag und ließen lediglich einen Treffer der Rockets zu. Die Rockets erzielten zwar noch einen Treffer bei Vier-gegen-Vier, aber hier setzten die Raubkatzen einige offensive Ausrufezeichen und sorgten ebenfalls für zwei schöne Treffer (zweimal Miller, eine Vorlage durch Maxim Faber, einmal Markus Köppl). Das Drittel endete somit 2:2 und ohne die zahlreichen Unterzahlsituationen wäre sicherlich mehr für die Norddeutschen drin gewesen.
Panthercoach Abstoß brauchte in der letzten Pause deshalb auch gar keine besonderen Worte finden – seine Mannen waren heiß auf eine weitere Überraschung und so dauerte es keine 20 Sekunden im Schlussabschnitt und Maxim Faber erzielte den 5:6-Anschlusstreffer für die Raubkatzen. Wenn man den Panthern in dieser Partie einen Vorwurf machen kann, dann, dass sie nach diesem Anschluss unbedingt nachlegen wollten und dadurch zu sehr die defensiven Aufgaben vernachlässigten. So konnten die Essener keine drei Minuten später den alten Vorsprung wieder herstellen. Pantherroutenier Markus Köppl konnte zwar noch einmal verkürzen aber erneut unterbanden die Rockets den sich anschließenden Sturmlauf der Panther mit chirurgisch vorgetragenen Kontern, die erneut zur Folge hatten, dass die Panther noch mehr die Offensive verstärken mussten, um Aussicht auf die drei Punkte zu behalten – mit erfahrbarem Ergebnis – und so stand es nach 60 Minuten 12:7 für Essen.
„Dass Essen heute als Sieger vom Platz geht, ist verdient,“ so Panthercoach Abstoß, „Allerdings spiegelt die Höhe des Ergebnisses nicht den Spielverlauf wieder. Meine Jungs haben erneut eine sehr gute Leistung gezeigt, das Engagement war spitze, taktisch hätten wir gegebenenfalls etwas besser spielen können.“ Pantherkapitän Tommy Sellmann fügt dem noch hinzu: „Wir haben heute den bislang härtesten Gegner in dieser Saison gespielt: Essen wird am Ende bei der Vergabe der Meisterschaft ein Wort mitreden – vorausgesetzt sie halten ihre Eishockeycracks. Dennoch haben wir aufopferungsvoll gekämpft und ein gutes Spiel gezeigt.“ Die nächste Aufgabe der Panther wird vermutlich nicht einfacher werden. Kommenden Sonnabend geht es zum Spitzenteam Augsburg.