Der SCW ist durch – eigentlich

Wedemarks Dennis Doerr (links, hier im Spiel gegen den TSV Engensen) und sein Team wissen bislang nicht, ob sie im nächsten Jahr weiterhin Kreisliga spielen dürfen.

Kurioses Bangen um den Klassenerhalt

(sb). Der Nichtabstieg wäre für die Herrenfußballer des SC Wedemark um Trainer Michael Gaus der verdiente Lohn für eine spektakuläre Aufholjagd in der Rückrunde, das ist die einhellige Meinung in der Kreisliga. Seit Sonntag hat das Team auch all ihren Partien absolviert, ebenso wie alle anderen Mannschaften der Staffel – und immer noch wissen die Kicker nicht, ob sie in der Spielzeit 2010/2011 ein weiteres Jahr in der Kreisliga am Ball sein dürfen. Der Grund: Der Mitkonkurrent um den Klassenerhalt, der TSV Burgdorf II, wartet auf eine Entscheidung der Sportgerichte. „Das ist schon kurios, ein komisches Gefühl“, befand Gaus nach dem Abpfiff des letzten Saisonspiels, „wir sind mit unseren Partien fertig und können immer noch nicht mit Gewissheit sagen, ob wir die Klasse nun gehalten haben oder nicht“.
Am vergangenen Sonntag verpassten es die SCW-Kicker allerdings erst einmal, den Klassenerhalt aus eigener Kraft und ohne banges Warten auf die Entscheidung der Sportgerichte perfekt zu machen. Gegen den Vierten der Abschlusstabelle, den TSV Arpke, verloren die Bissendorfer auf heimischem Rasen verdient mit 2:4 (0:3). „Wir haben ohne Frage gerechtfertigt verloren; der Sieg der Gäste ging völlig in Ordnung“, analysierte Gaus nach der Begegnung. Bereits zur Halbzeit lag seine Mannschaft nach einem Doppelschlag (20. und 22. Minute) und einem Freistoßtreffer (30.) uneinholbar in Rückstand. Als kurz nach der Pause sogar noch das 0:4 fiel, sah alles nach einem Wedemärker Debakel aus, doch Matthias von Einem (52.) und Ole Krause (78.) retteten zumindest die Ehre des abstiegsbedrohten Teams. Die unterlegenen Bissendorfer profitierten von der gleichzeitigen Niederlage der Burgdorfer Bezirksoberliga-Reserve, die dem FC Burgwedel zu Hause mit 1:4 unterlag. Der TSV, der beim Ausfall des Heimspiels gegen die SpVgg Laatzen am 27. März eine Verletzung des Schlechtwetterparagraphen des Niedersächsichen Fußballverbandes (NFV) begangen hatte, hegt die Hoffnung, das Spiel könne noch nachgeholt werden. Auch wenn es bisher nicht danach aussah, würde der Mannschaft eine unerwartete Möglichkeit eingeräumt: Die einen Zähler schlechtere Burgdorfer Reserve hätte die Chance, den SCW mit einem Sieg zum Absteiger zu degradieren.
Gaus ist sich indes sicher, dass am Grünen Tisch eine Entscheidung zu Gunsten seiner Mannschaft getroffen werden wird. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Sportgerichte die Partie austragen lassen oder den Burgdorfern die Punkte schenken“, sagte er. Wie die Nordhannoversche Zeitung am Montag berichtete, hat die Vereinsführung des TSV Einspruch gegen die Entscheidung, das Spiel für die Laatzener zu werten, eingelegt. Zu Redaktionsschluss stand noch nicht fest, wie es für den SC Wedemark weitergeht. Das ECHO wird seine Leser in dieser Angelegenheit natürlich auf dem Laufenden halten; außerdem erscheint in Kürze ein Saisonrückblick zur Spielzeit 2009/2010 des SC Wedemark.
Gegen den TSV Arpke spielte der SC Wedemark in folgender Aufstellung: Schewe – Krause, Friedrichs, Wilkes – von Einem, D. Henke, Bösche, Baumgarten (52. Meyer), Zimmermann (31. Kunte) – J. Henke, Doerr (52. Szlaga).