Die Fußball-Chance vertan

Tiedtke vergiebt den Strafstoß. Foto: B. Spangenberg

Für Brelinger Kicker wäre mehr drin gewesen

(bs). Die Saison ist vorbei – Zeit für ein Resumé. Vor der Spielzeit 2009/10 hat man sich Einiges vorgenommen in Brelingen. Ein noch relativ neuer Trainer (Oliver Gaglin) sollte mit seinem Team den Aufstieg in die erste Kreisklasse im Raum Hannover-Land bewerkstelligen. Dieses Unterfangen erschien zwar schwierig, aber nicht unmöglich. Der Anreiz, nach der Sommerpause 2010 das Derby gegen die SG Blau-Gelb Elze auszutragen, war groß genug. Der Start in die Saison glückte den West-Wedemärkern auch. Die ersten zwei Wochen erbrachten die zweite Pokalrunde, vier Punkte und den dritten Tabellenplatz (Die ersten beiden berechtigten zum Aufstieg). Als das Wetter im Herbst schrittweise schlechter wurde, taten die Brelinger Fußballer das Gleiche. Dem Pokal-Aus gegen Kleinburgwedel folgten in der Liga zwei Niederlagen und der Sturz auf den elften Rank. Wobei die knappe 2:3-Niederlage gegen Scharrel hinsichtlich deren späteren Aufstiegs besonders schmerzte.
Die beiden Erfolge Ende September gegen Godshorn 2 und Meyenfeld erwiesen sich aus Brelinger Sicht leider nur als Strohfeuer; der dadurch erlangte Siebte Rank war die beste Platzierung für lange Zeit. Vier Punkte aus den Fünf Spielen im Oktober ließen vor einem Ruf als eine der „grauen Mäuse“ der Liga fürchten. Das untere Mittelfeld im Tableau war vorläufig das zu Hause der ambitionierten Wedemärker. Mit dem Lokalderby gegen Resse wendete sich das Blatt jedoch. Das 3:2 war der Start einer furiosen Aufholjagd. Vor der Winterpause gab es noch einen Punkt in Scharrel und zwei 4:2 Erfolge über den SV Suttorf, die am Saisonende beachtlicher Dritter wurden. Als Fünfter konnte man über Weihnachten nun immerhin noch auf die Aufstiegsplätze schielen. Das Fußballjahr 2010 erbrachte für wackere Brelinger neun Punkte aus den ersten drei Begegnungen und den Sprung auf den vierten Platz. Lediglich drei Punkte trennten die Blau-Weißen damals noch von dem Aufstieg. Adam Szlaga, der im Winter neuer Übungsleiter wurde, schien den Erfolg zu bringen. Doch aus den Aufstiegsträumen gab es ein hartes Erwachen: Lediglich sechs Punkte sprangen aus den letzten acht Partien (nur ein Sieg!). Somit mussten sie einen Absturz auf Position sechs hinnehmen. Diese hatten sie obendrein nur ihrem guten Torverhältnis zu verdanken (71:55). Die Resser (8.) sind punktgleich. Zum Tabellenzweiten aus Scharrel fehlen gewaltige 17 Punkte. Somit ist von einem knappen Verpassen des Klassenziels eigentlich keine Rede. Trotzdem war ein Aufstieg nicht utopisch. Die 71 erzielten Treffen deuten auf Klasse hin, nur ein Team hat mehr erzielt (Scharrel(89)), der Meister aus Frielingen genauso viele. In der Bilanz sind eventuell das Auftreten auf fremdem Platz (16 Punkte) und die teilweise unfaire Spielweise (Vorletzter in der Fairnesswertung) für den mittelprächtigen sechsten Rank verantwortlich. Aber das Schöne im Fußball: Es geht immer weiter. Im nächsten Jahr wird man es erneut versuchen. Und da auch die Elzer (wenn auch ungleich knapper) den Aufstieg verpassten bleibt der Anreiz für die neue Spielzeit der Gleiche.