Elzer Jan Sadler trainiert im Sportinternat

Jan Sadler lebt und trainiert im Sportinternat. (Foto: Stephan Hartung)
 
Jan Sadler hat besondere Freude am Rollstuhlbasketball. Foto: Stephan Hartung

Nachwuchsförderung im Leistungssport

Elze. Der Landessportbund hat für seine Reihe „Nachwuchsförderung im Leistungssport“ auch den Elzer Behindertensportler Jan Sadler porträtiert. Redakteur Stephan Hartung hat sich mit ihm getroffen und auch dem Wedemark ECHO diesen sehr interessanten Beitrag zur Verfügung gestellt.
Jan Sadler verkörpert sozusagen das Lotto Sportinternat. Seit der Neubau mit Beginn des Schuljahrs 2010/2011 eröffnet wurde, ist Jan Sadler Bewohner dieser Einrichtung. Im Vergleich zu den anderen Sportlerinnen und Sportlern, die hier leben und trainieren (63 in Vollzeit, 48 in Teilzeit), besitzt Jan aber andere Voraussetzungen. Der Rollstuhl-Basketballer lebt mit einer Behinderung.
Umso wohler fühlt er sich in dem Sportinternat, dem bundesweit ersten Stützpunkt für Handicap-Sportler, das komplett behindertengerecht ausgestattet ist und als Internat die Voraussetzungen für die Förderung von Leistungssport für Menschen mit Behinderung schafft. „Das Internat ist sehr modern und wirklich super, es gibt keine Barrieren“, sagt der Wedemärker, der aus dem Gemeindeteil Elze stammt. Sein Leiden: Von Geburt an hat er Rückenprobleme, die auf den Bewegungsapparat ausstrahlen. Die Folge ist, dass er im linken Bein kein Gefühl mehr hat und auch eine Schiene trägt. „Ich habe als Kind oft Gips getragen und Operationen über mich ergehen lassen“, erinnert sich. Ab einem Alter von fünf Jahren war er dann auf einen Rollstuhl angewiesen. Den benötigt er auch im Alltag, nur sehr kurze Strecken kann er zu Fuß erledigen – nimmt sein Handicap aber gelassen. „Ich habe quasi den direkten Übergang von der Babykarre in den Rollstuhl geschafft. Wenn alles so bleibt, dann ist es okay.“ Damit es so bleibt – dafür tut der 17-Jährige viel. Früher ist er oft geschwommen und war an zwei Tagen in der Woche bei der Krankengymnastik, mittlerweile stehen einmal pro Woche Rehabilitationsmaßnahmen auf dem Programm. Durch Kraftraum und Training im Internat hat er zudem keine Rückenschmerzen mehr. Und beim Schwimmen wurde damals auch sein sportliches Talent entdeckt. „Dort hat mein Vater Leute von der RSG Langenhagen kennen gelernt. Danach war ich Feuer und Flamme, habe im Alter von acht Jahren mit Schwimmen angefangen“, berichtet Jan. Parallel spielte er dann bei der RSG auch Rollstuhlbasketball. Und auch wenn sich im Schwimmen mehr Erfolge einstellten – Sadler nahm an internationalen Wettkämpfen teil und war Mitglied im Landeskader – irgendwie machte ihm Basketball mehr Spaß. „Ich stehe mehr auf Mannschaftssportarten und auf Rollstuhlbasketball besonders. Da geht es richtig zur Sache und kracht wie beim Autoscooter.“ Bei der RSG ist er in der 2. Bundesliga als Center- oder Flügelspieler aktiv. Zudem befindet er sich im Landeskader Niedersachsens und ist Mitglied der U19-Nationalmannschaft. Mittelfristige Ziele sind die Übernahme in die deutsche U22 sowie eine Teilnahme an den Paralympics. Gesponsert wird Jan von der Firma BEB, die Sportlerinnen und Sportler im Behindertensport unterstützt. Der Zehntklässler besucht die IGS Roderbruch. Die Woche ist für junge Menschen wie ihn, die einen Spagat zwischen Schule und Leistungssport vollziehen, fest durchgeplant. Montags steht am Abend Training in Langenhagen auf dem Programm, dienstags geht es in den Kraftraum. Mittwochs trainiert Jan im Stützpunkt in Achim, ist erst gegen 23.30 Uhr zurück. Der Donnerstag gehört der Physiotherapie, freitags findet Training im Olympiastützpunkt Niedersachsen in Hannover statt. Schule und Freunde leiden aber nicht darunter. „Das schafft man immer, dafür Zeit unterzubringen.“