ESC erwartet Sonnabend Altonaer S.V.

Auftaktsieg gegen Hamburg Crocodiles, aber Gast-Spieler prügeln auf Zuschauer ein

Mellendorf (awi). Saisonauftakt nach Maß: Der ESC Wedemark Scorpions hat das erste Spiel gegen die Hamburg Crocodiles gewonnen und erwartet nach dem Auftaktsieg am nächsten Sonnabend, 10. November, den Altonaer S.V. aus Hamburg. Mit einem überzeugenden 15:7 (4:3/7:1/4:3) ist der ESC Wedemark Scorpions im Eisstadion Mellendorf in die Saison 2012/13 gestartet. Vor unglaublichen 1.630 Zuschauern nach einem öffentlichen Aufruf des ESC Wedemark Scorpions im ECHO kamen die Wedemärker sofort ins Spiel und führten bereits in der ersten Minute mit 1:0. Aus einer geschlossenen Mannschaftsleistung ragten die Torschützen Reiko Berblinger, Ronny Schubert und Marco Busse hervor, die sich mit jeweils fünf Treffern in die Torschützenliste eintragen konnten, berichtet ESC-Vorsitzender Jochen Haselbacher nach dem Spiel zufrieden. „Wir müssen nach hinten noch kompakter stehen“, war dann auch der Kommentar von Coach Fiete Bögelsack, der ansonsten mit dem ersten Auftritt seines neu formierten Teams durchaus zufrieden war. Erneut gegen ein Team aus der Hansestadt Hamburg (Altona) geht es am kommenden Samstag um 20 Uhr in der HockeyZentrale-Ice House (Eisstadion Mellendorf). Die Eintrittspreise betragen in dieser Saison lediglich einen Euro für Jugendliche bis 18 Jahre, alle anderen Besucher zahlen drei Euro.

„Sowas hab ich in 30 Jahren
Eishockey noch nicht erlebt“

Im Verlauf des Oberligapiels des ESC Wedemark Scorpions gegen die Crocodiles Hamburg in der Eishalle in Mellendorf kam es drei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit zu tätlichen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der Scorpions und den Hamburger Gastspielern, bei denen vier Fans des Wedemärker Teams leicht verletzt worden sind. Während des Spiels waren laut Polizeibericht etwa 1.600 Zuschauer und darunter zirka 30 Gastfans in der Halle. Ermittlungen zufolge kam es während des Spiels wiederholt zu Provokationen der Gastspieler durch die Heimfans. Unter anderem sei auch mit Fahnenstangen auf die Plexiglasabdeckung der Spielerbank der Crocodiles eingeschlagen worden, heißt es im Polizeibericht. Im letzten Drittel der Spielzeit habe vermutlich einer der Fans einen Hamburger Spieler mit einer Fahnenstange getroffen. Daraufhin schlugen drei der Hamburger Eishockeyspieler (18, 27 und 31 Jahre alt) gezielt mit ihren Schlägern auf Heimfans ein, von denen dabei vier im Alter von 17 bis 52 Jahren verletzt wurden. Ein 17- und ein 18-Jähriger wurden in einem Krankenhaus ambulant versorgt. Die herbeigerufene Polizeibeamten hätten weitere Ausschreitungen verhindert, so Tanja Rißland von der Polizeidirektion Hannover. Die Polizei ermittele nun gegen drei Spieler der Crocodiles Hamburg wegen gefährlicher Körperverletzung. „So etwas habe ich in 30 Jahren Eishockey noch nicht erlebt“, sagte ESC-Vorsitzender Jochen Haselbacher im Gespräch mit dem ECHO. Innerhalb von Sekunden sei die Situation eskaliert. Die Hamburger Spieler hätten keinen Versuch unternommen, den Schiedsrichter auf die von ihnen empfundene Provokation aufmerksam zu machen, sondern seien normal zu einem Wechsel zu ihrer Bank gegangen, hätten sich umgedreht und mit solcher Gewalt auf die dahinter sitzenden Scorpions-Fans mit ihren Schlägern eingedroschen, dass einer davon sogar abgebrochen sei. „Die Ordner haben sofort eingegriffen und auch die Polizei, die wir sofort alarmiert haben, war innerhalb kürzester Zeit vor Ort und hat ermittelt, welche Spieler der Crocodiles da handgreiflich geworden sind, denn das war für uns nicht zu erkennen. Alle hatten sich nach dem Angriff in die Umkleidekabine zurückgezogen“, berichtete Haselbacher. „Ich saß ganz in der Nähe, eine offene Provokation durch unsere Fans habe ich nicht gesehen, nur dass eine 96-Fahne über der Spieler-Bank geschwenkt wurde. Die Hamburger waren der Situation, dass sie so deutlich verloren, ganz offensichtlich nicht gewachsen“, sagte ESC-Spartenleiter Klaus Hilker.