Gaus backt weiter kleine Brötchen

Ole Krause (Mitte), hier gegen den FC Neuwarmbüchen, ist mit sieben Treffern bester SCW-Torschütze. (Foto: Archivfoto: F. v. Samson)
 
In dieser Hinrunde keine Seltenheit. Vier Akteure des kompakt stehenden SCW umringen einen gegnerischen Spieler. (Foto: Archivfoto: F. v. Samson)

Hinrundenrückblick: SCW spielt außergewöhnlich

(fvs). In der Herrenfußball-Abteilung des SC Wedemark standen die Vorzeichen vor dieser Saison im Grunde nicht anders als vor der letzten. SCW-Trainer Michael Gaus ging fast mit dem identischen Kader in die Saison wie in die Spielzeit 2009/2010, in der man dem Abstieg in die Kreisklasse am letzten Spieltag nur um Haaresbreite entging. Was die Mannschaft dann von August bis November ablieferte, hätte ihr im Vorfeld wohl kein Kritiker ernsthaft zugetraut. In einer kleinen Hinrundenbilanz schaut das Wedemark-ECHO gemeinsam mit Gaus auf die 13 Partien der Hinrunde zurück. In 13 absolvierten Begegnungen sind die Bissendorfer Fußballer bei zwei Unentschieden und zwei Niederlagen bemerkenswerte neun Mal als Sieger vom Platz gegangen. Damit steht der SCW bei 29 eigenen Treffern und ebenfalls bemerkenswerten 17 Gegentoren auf dem zweiten Tabellenplatz, der Kreisliga 1. Zum Vergleich: Ein Jahr zur vor hatte die Gaus-Elf zum Hinrundenabschluss bereits 12 Niederlagen kassiert. Die als absoluter Favorit in die Saison gegangene Oberliga-Reserve des SV Ramlingen/Ehlershausen kann sich ihrer Sache dank des SCW noch nicht so ganz sicher sein. Sie belegt mit derzeit vier Punkten Vorsprung den einzigen Aufstiegsplatz der Staffel, hätte bei einem gewonnenen Nachholspiel seitens des SCW allerdings nur einen hauchdünnen Vorsprung von einem Zähler vor den Bissendorfern. Im Vorfeld als stark eingeschätzte Mannschaften wie der TSV Arpke oder der SV 06 Lehrte liegen allesamt hinter der Elf von Michael Gaus.
„Wenn man mich nach einem Geheimrezept für unseren Erfolg fragt, kann ich nur sagen, dass meine Spieler wieder Spaß am Fußballspielen haben“, berichtet Gaus mit ein wenig Genugtuung. In seinem persönlichen Hinrunden-Resümee zeigt er sich erfreut darüber, dass der Weggang vieler Leistungsträger durch den starken Mannschaftsgeist des Teams aufgefangen werden konnte. Dass seit Anfang der Spielzeit Philipp Friedrichs und seit Oktober auch Daniel Henke nicht mehr zur Verfügung stehen, habe den mit nun 15 Mann ohnehin sehr kleinen Kader nur noch enger zusammenrücken lassen. Mit Blick auf die Zukunft muss Gaus wohl sogar noch einen weiteren Weggang verschmerzen. Auch Jonas Henke, der derzeit regelmäßig zwischen Bissendorf und Bremen pendelt, hat seinen Abschied zur Winterpause angekündigt. „Es ist nicht so, dass wir händeringend neue Spieler suchen“, sagt Gaus. Dennoch stehe der SCW jedem Spieler, der Lust hat, sich der Mannschaft vorzustellen, jederzeit sehr offen gegenüber.
Beim Betrachten einzelnen Hinrunden-Ergebnisse fällt eine beeindruckende Serie ins Auge. In den ersten Partien noch durchwachsen gestartet, entschied das Team die letzten acht Partien vor der Winderpause allesamt für sich. „Natürlich war da auch das etwas Glück dabei“, gibt Gaus zu. Trotzdem habe die Mannschaft ihre Kritikern mit Siegen beispielsweise gegen Lehrte, Arpke oder den FC Neuwarmbüchen verstummen lassen. Der Erfolg sei zu „einem Selbstläufer“ geworden. „Der Bezirksliga-Aufstieg ist angesichts des engen Kadern für mich weiterhin kein Thema“, gibt sich sich Gaus hinsichtlich der Erwartungshaltung vieler Kritiker gelassen. „Ich schaue eher auf den Vorsprung vor dem Abstiegsplatz als auf die fehlende Punkte zum Aufstiegsrang“, scherzt er. Gespannt sei er auf die Reaktion seiner Mannschaft, wenn sie mal wieder als Verlierer vom Platz geht. „Da wird das Team Charakter zeigen müssen“, sagt der Trainer. Sollte die gute Stimmung in seiner Elf in einer solchen Situation nicht kippen, rechnet Gaus mit einem einstelligen Tabellenplatz zum Saisonabschluss.
In Anbetracht des kleinen Kaders und der hohen Verletzungsgefahr hat Gaus für den Winter alle Hallenturniere abgesagt. Zum Trainingsaufktakt der Rückrundenvorbereitung bittet der Coach am 1. Februar. Damit hat die Mannschaft vier Wochen lang Zeit hat, um sich auf die erste Begegnung vorzubereiten. Die wird planmäßig am 28. Februar 2011 stattfinden. Dann kommt es gleich zu einem richtigen Knaller: Der SCW tritt den kurzen Weg zum Derby beim Mellendorfer TV an und will den neunten Sieg in Serie.
BU: 5503: In dieser Hinrunde keine Seltenheit. Vier Akteure des kompakt stehenden SCW umringen einen gegnerischen Spieler.
BU 5832: Ole Krause (Mitte), hier gegen den FC Neuwarmbüchen, ist mit sieben Treffern bester SCW-Torschütze.