Leon Niemann überrascht auf internationalem Schachturnier

Leon in der Partieanalyse mit Landestrainer Bernd Laubsch.
Leon Niemann hat seine starke Entwicklung der letzten Monate fortgesetzt. Nachdem der Zehnjährige aus Wennebostel zuletzt bereits stark bei der Deutschen Vereinsmeisterschaft in Magdeburg und dann Anfang des Jahres in Hamburg beim Ramada-Cup aufspielte, setzte er jetzt ein deutliches Ausrufungszeichen beim international besetzten Schachturnier „NordWest Cup“ in Bad Zwischenahn.
Beim größten norddeutschen Schachturnier waren in diesem Jahr über 360 Amateur- und Profischachspieler aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland zu Gast, darunter auch einige Großmeister. Leon ging in der 116 Spieler starken B-Gruppe an den Start. Vier Tage im Zeichen des Schachs, insgesamt sieben Partien von jeweils bis zu fünf Stunden – also bis zu zehn Stunden höchste Konzentration jeden Tag.
Auf einem der hinteren Setzlistenplätze gestartet, rechnete der Nachwuchsspieler von Hannover 96 selber mit wenigen Punkten. „Zwei Punkte wären schon o.k.“, so Niemann. Das Turnier sollte als Kadermaßnahme der niedersächsischen Schachjugend in erster Linie der schachlichen Ausbildung dienen. Doch dann kam alles anders. Schon in der ersten Runde merkte der Wedemärker mit den weißen Steinen gegen einen deutlich besser gesetzten Lukas Monnerjahn aus Delmenhorst, dass seine Form stimmt und „dass da mehr gehen kann“. Er startete mit einem Remis in das Turnier. In Folge überzeugte Leon in sehr positionellen, komplexen Stellungen. Auch Adesh Easan, die Nummer sieben der U14 aus Dänemark, konnte Leons Abwehrbollwerk wenig entgegensetzen – Remis auch in dieser Partie. Mit den weißen Steinen überspielte er in einem druckvollen Angriff auch Theis Pahl und gewann.
Gegen ausnahmslos stärkere und ältere Gegner gelang Leon mit 4,5 aus sieben Punkten die große Überraschung. Zwei Mal konnte er im Turnier die Partie für sich entscheiden, fünf Mal sicherte er sich ein Remis. In keiner Partie musste er sich geschlagen geben. Am Ende erreichte er damit Platz 17 (gesetzt auf Platz 84 vor dem Turnier) und durfte sich auch noch über ein Preisgeld von 50 Euro freuen.
Seine Turnierleistung lag mit etwa 1.800 DWZ (Deutsche Wertungszahl) deutlich über seiner bisherigen Wertungszahl von 1.547, so dass diese noch einmal deutlich ansteigen wird. Niemann wird dann etwa auf Platz 15 aller U11-Spieler in Deutschland liegen – ein beachtlicher Erfolg nach erst zweieinhalb Jahren Training, sagt sein Trainer Jonathan Carlstedt, Internationaler Meister aus Hamburg, der zurzeit ein Turnier auf Gibraltar spielt.
Leon bewertet sein Abschneiden wie üblich kurz: „Das war ganz schön anstrengend – aber ich bin zufrieden.“ Trainer Carlstedt kommentierte das per Kurznachricht aus der Ferne deutlich emotionaler: „Super, Hammer!“