MTV-Damen: Wessel beerbt Westphal

Wohin geht die Reise in der Regionalliga im nächsten Jahr? Annika Maibom (rechts) wird den MTV jedenfalls verlassen. (Foto: S. Birkner)
 
Wohin geht die Reise in der Regionalliga im nächsten Jahr? Laura Eylitz (links) wird den MTV jedenfalls verlassen. (Foto: S. Birkner)

ECHO blickt auf Regionalliga-Saison zurück

(sb). Die Saison ist zu Ende, die Fußballschuhe verstauben für ein paar Monate im Keller, der Sommerurlaub ist bereits gebucht: Für das Wedemark-ECHO ist es an der Zeit, auf die vergangene Spielzeit 2009/2010 der Regionalliga-Fußballdamen des Mellendorfer TV zurückzublicken. „Wir können zufrieden sein“, wiederholt der scheidende MTV-Coach Arndt Westphal während eines Telefonats immer wieder. Die Mannschaft sei sehr jung und der zweite Platz in der Regionalliga könne als großer Erfolg gewertet werden, sagt er. „Wenn die sportliche Entwicklung der Spielerinnen weiterhin so verläuft, wie ich sie beobachtet habe, kann im Mellendorfer Frauenfußball wieder Großes wachsen“, blickt Westphal voraus.
Auf den ersten Blick ist der Titel des Vizemeisters in der Regionalliga Nord aber brotlos und schlichtweg enttäuschend. „Natürlich hatten wir uns vorgenommen, in die 2. Bundesliga aufzusteigen, wir müssen zugeben, dieses Ziel verfehlt zu haben“, sagt Westphal. Auch die Qualifikation für den DFB-Pokal misslang mit der 2:3-Niederlage im Niedersachsenpokal-Halbfinale gegen den BV Cloppenburg Anfang des Monats. „Wir haben die Meisterschaft jeweils zu Anfang der Hin- und Rückrunde verspielt“, analysiert Westphal. Die Saison begann im August und September nämlich mit den ersten beiden der insgesamt fünf Saisonniederlagen. Mit 0:4 unterlag der MTV in Delmenhorst; zu Hause kassierte die Westphal-Elf eine unglückliche 0:1-Niederlage gegen Bergedorf 85. „Wir haben es in beiden Spielen versäumt, unsere Torchancen zu nutzen und waren außerdem extrem ersatzgeschwächt“, blickt Westphal zurück. Dann jedoch begann der Siegeszug der Mellendorfer Fußballfrauen: Dem 2:1-Sensationssieg im DFB-Pokal gegen Zweitligist Victoria Gersten folgten neun ungeschlagene Partien in der Regionalliga, davon acht Siege. „Das war ein toller Lauf, den wir uns durch unsere harte Arbeit im Training redlich verdient hatten“, mein Westphal. Einzig das 3:3-Unentschieden in Havelse und die hohe Heimniederlage im DFB-Pokal gegen Gütersloh 2009 waren kleinere Rückschläge der ansonsten glänzenden Siegesserie der Fußballerinnen. Insbesondere der 2:0-Sieg gegen den bis dahin ungeschlagenen Tabellenführer BV Cloppenburg Ende November ließ die Zweitligaträume noch realistischer erscheinen. Das jähe Ende der Aufstiegsbemühungen kam mehr als vier Monate nach Beendigung der Hinrunde allerdings schneller als erwartet: Nach der wetterbedingt extrem lang ausgefallenen Winterpause kassierten die MTV-Damen im März und April Niederlagen in Ahlten (0:1) und Bergedorf (2:3). Hinzu gesellte sich ein nicht eingeplantes Unentschieden beim SuS Timmel. „Das war das Ende aller Träume. Die Zielsetzung war in der Folgezeit die Vizemeisterschaft“, meint Westphal. Eine erneute Erfolgsserie von fünf gewonnenen Partien und einem Unentschieden sicherten dem MTV zweiten Rang, ehe am letzten Spieltag die fünfte Saisonniederlage beim BV Cloppenburg folgte.
Für die Cloppenburgerinnen, die am Ende ganze 13 Zähler vor dem MTV (45 Punkte aus 22 Spielen bei 58:28 Toren) standen, sei laut Westphal ihre körperliche Robustheit der Schlüssel zum Erfolg gewesen. „Wenn es um Spielkultur geht, waren wir die Nummer Eins der Liga“, ist er sich sicher. Wie es beim MTV weitergeht, steht noch in den Sternen. Übermorgen wird der neue Trainer, der 28-jährige Sebastian Wessel, offiziell vorgestellt, das ECHO wird berichten.
Für Westphal ist nach anderthalb Jahren Schluss: Er wird sich voll und ganz auf seine Arbeit bei der NFV-Fußballschule konzentrieren müssen. „Ich wünsche der Mannschaft alles Gute auf ihrem weiteren sportlichen Weg“, sagt er. Bislang stehen für den MTV neben Westphal vier Abgänge fest: Annika Maibom, Laura Eylitz, Sina Lassen und Jennifer Horwege werden den Verein verlassen.

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