SCW muss kleine Brötchen backen

Mit Kampf und Ehrgeiz hat der SC Wedemark in der Rückrunde der abgelaufenen Saison den Ligaverbleib erzwungen. (Foto: S. Birkner)

Saisonrückblick: Gaus ist nicht zufrieden

(sb). Nach der Spielzeit ein weiteres Jahr in der Kreisliga spielen können – das war das ausgegebene Ziel der ersten Fußball-Herrenmannschaft des SC Wedemark vor der abgelaufenen Saison. Bis zum letzten Spieltag hat sie um diese Vorgabe gekämpft, sie schließlich erreicht, dennoch ist Trainer Michael Gaus mit der Saison alles andere als zufrieden. „In der Hinserie haben wir gespielt wie ein Absteiger“, blickt er zurück. Nur acht Punkte und ein Wertungssieg gegen den nicht angetretenen Heesseler SV II standen im Winter zu Buche. „Natürlich war das zu wenig. In dieser Zeit war meine Mannschaft nicht kreisligatauglich“, befindet Gaus selbstkritisch. Dass es in der Rückserie besser wurde, lag einerseits an der Rückkehr von Jonas Henke, der dem Team mehr Stabilität gab. Andererseits sei in der Winterpause beim Training, besonders konditionell, mehr gemacht worden, sagt Gaus. Und er schreibt der Rückrunde eine ungewöhnliche Eigenheit zu: „Für viele Teams geht es da bereits um nicht mehr so viel. So ist die Motivation bei einigen Mannschaften deutlich geringer und es wird einfacher, sie zu schlagen.“
Nach einer Aufholjagd, die dem SCW wohl nur noch die Wenigsten zugetraut hatten, glückte das Projekt Klassenerhalt dann am letzten Spieltag. In der Rückserie holte der SCW bei vier Siegen und vier Unentschieden aus 13 Spielen beachtliche 16 Zähler. Hinzu kam das Glück des Tüchtigen, denn dem Mitkonkurrenten um den Abstieg, dem TSV Burgdorf II, wurden wegen formaler Fehler gleich zweimal Zähler abgezogen. Mit 27 Punkten aus 30 Spielen und einem Torverhältnis von minus 17 Treffern rangierte die Gaus-Elf damit auf dem 14. Tabellenplatz. Absteiger ist neben den Burgdorfern der Heesseler SV II.
Unter dem Strich sieht Gaus in der Spielzeit jedoch trotz des Klassenerhalts eher eine verlorene Saison. „Unser größtes Problem ist, dass es der Kader nicht zulässt, personellen Druck auf die Spieler auszuüben“, ärgert sich Gaus. Damit meine er insbesondere fehlende Hierarchie in der Mannschaft. „Ich habe viele Studenten im Team. Die können höchstens einmal in der Woche richtig trainieren und ich muss sie trotzdem aufstellen“, erzählt Gaus, „es ist doch klar, dass die Leistungsbereitschaft sinkt“. In der kommenden Saison bleibt der Kader weitestgehend zusammen. Nur Egon Roglowski verlässt den Verein in Richtung Burgdorf, ansonsten bleibt alles beim Alten. Allerdings bleibt im Fall von Innenverteidiger Philip Friedrichs abzuwarten, ob er aus Studiengründen ins Ausland geht oder weiterhin zur Verfügung steht. Mario Kummer (kommt von Blau-Gelb Elze) verstärkt die Bissendorfer. „Natürlich hätte ich mir auf einigen Positionen Verstärkungen gewünscht, aber da scheitert es teilweise auch an den Finanzen“, meint Gaus. So hätte er gerne Zuwachs auf der Position des Spielmachers gesehen; auch ein Stürmer mit Durchschlagskraft sei von Nöten.
In die Zukunft blickt der Coach mit eingeschränktem Optimismus. „Die Mannschaft ist qualitativ weiterhin im unteren Drittel der Kreisliga anzusiedeln“, erklärt Gaus. So könne es in dieser Saison wiederum ausschließlich das Ziel sein, nicht den Gang in die Kreisklasse antreten zu müssen. Am vergangenen Dienstag hat die Mannschaft das Training übrigens wieder aufgenommen. An diesem Wochenende hält das Team auf dem SCW-Sportplatz eine Art Trainingslager ab, ehe am darauffolgenden Wochenende der Marktspiegel-Cup beim TSV Isernhagen starten. Gegner werden neben dem Gastgeber aus der 1. Kreisklasse auch der FC Neuwarmbüchen (Kreisliga) und der TSV Altwarmbüchen (Bezirksliga) sein. Am ersten Augustwochenende wird dann die erste Runde des Kreispokals ausgetragen, ehe eine Woche später der Kreisliga-Alltag beginnt.