Sebastian Wessel ist wieder nicht zufrieden

Mellendorfs Ariane Struckmeier (rechts, hier gegen den FC Bergedorf 85) wurde am Sonntag für die Torschützin Laura Hinz eingewechselt. (Foto: S. Birkner)

MTV-Coach hadert trotz 4:0-Siegs mit Einstellung

(sb). So richtig recht machen kann man es Sebastian Wessel anscheinend nicht. Der Trainer der Regionalliga-Fußballdamenmannschaft des Mellendorfer TV sah am vergangenen Sonntag gegen die TSG Burg Gretesch das sechste ungeschlagene Spiel seines Teams in Serie – und haderte dennoch erneut mit der Leistung seiner Elf. „Wir haben zwar verdient mit 4:0 gewonnen, allerdings nur phasenweise beherzt Fußball gespielt“, äußerte sich Wessel nach der Begegnung. Er kritisierte, dass seine Mannschaft „nur einen Pflichtsieg eingefahren und nicht das Torverhältnis aufgebessert“ habe.
Die ersten 20 Minuten des Spiels verliefen für die Mellendorferinnen allerdings gänzlich nach Plan. Nach einem abgewehrten Eckball brachte Mittelfeldspielerin Laura Hinz das Team schon in der vierten Minuten per Distanzschuss in Front. „In der Folgezeit haben wir weiter Druck gemacht und dem Führungstreffer schnell weitere Tore folgen lassen“, erzählte Wessel. Nach acht Spielminuten behielt Neuzugang Aileen Osterwold in ihrem ersten Spiel von Beginn an frei vor der Gästetorhüterin die Nerven und markierte das 2:0. Besarta Shabani hatte sie mustergültig angespielt. Für die frühe Entscheidung der Partie sorgte dann Janina Spaude, als sie einer Gästeverteidigerin den Ball abnahm und locker zum 3:0 einschob (18.). „Nachdem meine Mannschaft die sichere Führung herausgespielt hatte, schaltete sie gleich zwei Gänge zurück“, ärgerte sich Wessel. „Meine Mannschaft hat Engagement und Leidenschaft vermissen lassen und nicht ernsthaft versucht, weitere Torchancen herauszuspielen“, haderte der Trainer.
Allein der schwachen fußballerischen Leistung der Gäste hatte es der MTV zu verdanken, nicht für seine Trägheit bestraft zu werden. Der Treffer zum 4:0-Endstand, den Franziska Unzeitig nach einem Foul an Danaila Navarro-Leòn per Strafstoß besorgte, war laut Wessel die einzige zwingende Chance seines Teams im zweiten Spielabschnitt (55.). Nach dem Sieg und dem zeitgleichen 2:2-Unentschieden des Konkurrenten TSV Havelse stehen die Mellendorferinnen zwar weiter auf Platz zwei der Tabelle, sind aber bereits punktgleich mit dem Ligaprimus. Nach sechs Partien stehen 16 Punkte und 20 zu fünf Tore zu Buche.
Am kommenden Wochenende treten die Mellendorferinnen beim HSV Hannover im Niedersachsenpokal an. „Bei der Mannschaft, die eine Liga unter uns spielt, ist ein Sieg absolute Pflicht“, blickte Wessel voraus. Zum Derby und wohl vorentscheidenden Spiel um die Regionalliga-Herbstmeisterschaft kommt es am Sonntag, 10. Oktober, wenn ab 13 Uhr der TSV Havelse im Wedemark-Stadion gastiert. Gegen die TSG Burg Gretesch spielten die MTV-Damen in folgender Aufstellung: Reinhardt – Arend, Rose, Seybusch, Marquard (78. Seabrook) – Unzeitig, Hinz (70. Struckmeier), Shabani, Osterwold, Navarro-Leòn – Spaude.