Verdientes 1:3 gegen Luthe

Malte Marks alleine gegen die ganze Gästedefensive. Foto: T. Puls

MTV Mellendorf bricht nach der Pause ein

(tp). So hatten sich die Mellendorfer den Sonntag nicht vorgestellt. Nach dem wichtigen 2:1 letzte Woche in Kolenfeld wollten sie den leichten Aufwärtstrend gegen den Tabellennachbarn aus Luthe fortsetzen. Ein Vorhaben, welches letztlich deutlich misslang. Trainer Alexander Fleischer prangerte dabei vor allem die mangelnde Zweikampfführung an: „Wir sind im Kopf zu langsam, gehen nicht richtig in die Zweikämpfe und spielen den Ball nicht schnell genug.“
In der Tat fällt bei der jungen Mannschaft neben mangelnder Cleverness immer wieder auf, dass bereits geschlossen geglaubte Baustellen nach drei Spielen immer wieder neu aufgemacht werden. War es zum Saisonstart noch die mangelnde Chancenverwertung, zeigte die Mannschaft zuletzt einige spielerische Defizite, die es letztlich nicht erlaubten einen eigentlich ebenso pomadig auftretenden Gegner wie den TSV Luthe spielerisch zu dominieren. Bisher konstant war eigentlich nur auf eine Sache Verlass, die eigene Anfälligkeit bei hohen Bällen. So köpfte ein Gästestürmer bereits in der ersten Minute eine Ecke an den Mellendorfer Pfosten, nur fünf Minuten später ließ sich die Mellendorfer Abwehr von einem Befreiungsschlag überspielen, der Luther Stürmer schob den Ball allerdings knapp am langen Eck vorbei. Sein Kollege machte es zehn Minuten besser nachdem er eine identische Spielsituation nutzte und frei vor Heimtorhüter Danny Fischer den Ball an diesem vorbei legte. Die Mellendorfer hatten bis dahin deutlich mehr für das Spiel getan, die einzigen Chancen hatten allerdings die Gäste. Dies änderte sich erst Mitte der ersten Halbzeit, der MTV kam nun vermehrt über die rechte Seite. Malte Marks und Nick Müller scheiterten jeweils knapp, letztlich fehlte es aber an Präzision im Abschluss und beim finalen Pass. Dieser kam erst eine Minute vor der Halbzeit an, nachdem Dominic Meyer gedankenschnell in die Gasse gestartet war, vollendete er überlegt zum zu diesem Zeitpunkt verdienten Ausgleich und Pausenstand.
Der MTV kam anschließend mit dem Gefühl aus der Kabine das Spiel nun endgültig drehen zu können, was folgte war allerdings das totale Gegenteil aller Zielvorgaben. Nachdem die komplette Defensive in der 48. Minute einen Nichtangriffspakt mit dem pfeilschnellen Luther Stürmer abgeschlossen hatte, nutzte dieser die Einladung und vollendete ein schönes Solo zum 2:1. Sämtliche Vorhaben und Mahnungen hatten die Mellendorfer bereits zu diesem Zeitpunkt anscheinend sorglos über Bord geworfen. Was folgte waren 20 Minuten Slapstick und Missverständnisse der Gastgeber, die den Gegner im Minutentakt zu Großchancen einluden. Übertroffen wurden diese nur von der grauenhaften Chancenverwertung der Gäste, Torwart Danny Fischer verdiente sich dabei mit mehreren starken Paraden die Bestnote. Ironischerweise waren die Gastgeber so in der 70. Minute immer noch im Spiel und versuchten nun ihrerseits den unverdienten Ausgleich zu erzielen. So entwickelten sie zwar ein druckvolles Powerplay, erfolgsversprechende Abschlüsse blieben allerdings Mangelware. Zu viele Flanken blieben hängen und ebenso viele Torschüsse wurden abgeblockt. Die besten Chancen hatten Nick Müller und Dominic Meyer, ihre Schüsse entschärfte allerdings der Gästetorwart. So liefen die aufgerückten Mellendorfer schließlich in einen Gästekonter, der in der 88. Minute die endgültige Entscheidung brachte. Der MTV hatte zwar deutlich mehr für das Spiel getan, letztlich gelang es den Gästen allerdings über das ganze Spiel mit sehr einfachen Mitteln immer wieder hochprozentige Chancen heraus zu spielen. Eine Möglichkeit dies zu ändern, bietet sich den Wedemärkern am kommenden Sonntag in Horst.
Es spielten: Fischer – Burblies, Kraftschik, Klages, Junker (53. Bouma) – Bassin (68. J-N. Puls), Lüder, T. Puls (57. Draper) – Müller, Meyer.