Wessel sieht „unbegreiflichen Einbruch“

Besarta Shabani (links) und Laura Eylitz (rechts), hier noch beide im MTV-Dress, trafen am Sonntag als Konkurrentinnen aufeinander. Während Shabani über die volle Distanz spielte, kam Eylitz für den TSV Havelse nicht zum Einsatz. Archivfoto: S. Birkner

MTV-Damen trennen sich im Spitzenspiel nur 2:2

(sb). Die erste Fußball-Damenmannschaft des Mellendorfer TV hat den Sprung an die Tabellenspitze in der Regionalliga Nord knapp verpasst. Das Team von Trainer Sebastian Wessel kam im Spitzenspiel gegen den TSV Havelse vor über 300 Zuschauern im Wedemark-Stadion nicht über ein 2:2-Unentschieden hinaus und ist damit weiterhin punktgleich mit der Garbsenern.
Wessel sah in der Partie „zwei vollkommen verschiedene Halbzeiten“ seiner Mannschaft. Während er seiner Elf im ersten Spielabschnitt eine „ordentliche Leistung mit guter Einstellung“ attestierte, konnte er den spielerischen und kämpferischen Einbruch seines Teams in der zweiten Hälfte nicht erklären.
„Wir haben gegen den TSV gut angefangen und sind verdient früh in Führung gegangen“, erklärte Wessel. Bereits in der sechsten Spielminute lagen die Mellendorferinnen in Front, nachdem Janina Spaude infolge eines Zuspiels von Kristina Gluth allein vor der Gästetorhüterin die Nerven behalten hatte. Und schon nach 12 Minuten stand es 2:0 für den MTV: Mit einer Drehung ließ Gluth ihre Havelser Gegenspielerin aussteigen und netzte sicher ein. „Wir hätten dann die frühe Entscheidung herbeiführen können, doch ein Platzfehler verhinderte unseren dritten Treffer“, ärgerte sich Wessel. Auf der Gegenseite zeigte sich MTV-Schlussfrau Sonja Reinhardt in zwei Situationen in Topform und verhinderte zunächst den Havelser Anschlusstreffer.
Diesen gab es dann allerdings in der zweiten Halbzeit. „Meine Mannschaft hat nach der Pause keinerlei Siegeswillen mehr demonstriert“, haderte Wessel mit seiner Elf. Die Spielerinnen seien nicht aggressiv in die Zweikämpfe gegangen, hätten Laufduelle nicht mehr angenommen und Havelse so zurück ins Spiel kommen lassen. „Ich musste meiner Mannschaft ins Gewissen reden“, sagte Wessel, „denn mit dieser Einstellung können wir unmöglich aufsteigen“. In letzter Konsequenz profitierten die Gäste von einer Unaufmerksamkeit Natascha Roses, die sich in einer Situation deutlich verschätzte, und kamen so zum Anschluss- und später zum Ausgleichstreffer (63. und 75. Minute). Auf Seiten des MTV blieb die einzige Torchance bezeichnenderweise ein Eckball von Danaila Navarro-Leòn, der sich fast ins Tor gesenkt hätte.
Nach dem Unentschieden bleiben die beiden Konkurrenten in der Tabelle also punktgleich. Aufgrund des schlechteren Torverhältnisses (22 zu sieben Treffer) bleiben die Mellendorferinnen bei fünf Siegen und zwei Remis also auf Rang zwei in der Regionalliga.
„Für die verbleibenden vier Spiele erwarte ich, dass meine Mannschaft die Maximalpunktzahl von 12 Zählern einfährt“, gab sich Wessel kämpferisch. Am morgigen Sonntag ist ein Sieg beim TV Jahn Delmenhorst damit Pflicht. Im Pokal schlug der MTV die Mannschaft Anfang August bereits mit 5:1.
Das nächste Heimspiel findet am 24. Oktober statt, wenn der MTV um 13 Uhr den SV Ahlerstedt/Ottendorf im Wedemark-Stadion empfängt.
Gegen den TSV Havelse spielten die Damen des Mellendorfer TV in folgender Aufstellung: Reinhardt – Rose (71. Jäger), Seybusch, Arend, Marquard – Unzeitig, Hinz, Shabani, Navarro-Leòn, Gluth (79. Böhlke) – Spaude (67. Osterwold).
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