Zehn Tore reichen nicht zum Panthersieg

Bei tropischen Temperaturen unterlagen die Bissendorf Panther am Sonnabend beim Tabellenzweiten aus Kaarst denkbar knapp mit 10:11. Spielentscheidend aus Bissendorfer Sicht waren die zahlreichen Strafzeiten. Routinier Köppl glänzte mit fünf Treffern für die Panther.
Beim Spiel des derzeitigen Tabellenzweiten in der ersten Skaterhockeybundesliga, den Crash Eagles Kaarst, und dem Siebten aus Bissendorf erlebte Coach Lenny Soccio eine wahre Achterbahnfahrt. Die Panther begannen wie die Feuerwehr und trafen nach einer frühen Strafzeit für Kaarst in Überzahl zum 1:0 durch Sebastian Miller. Kurz darauf musste ein Bissendorfer in die Kühlbox, die an diesem Samstag wie der Rest der Halle aber eher ein Ofen war und schon glich Kaarst aus. Im Spiel mit jeweils vier Feldspielern erarbeiteten sich die Panther im Anschluss zwar ein leichte Übergewicht, schwächten sich aber erneut in der sechsten Minute mit einer schweren Fünf-Minuten-Strafe. Die Niedersachsen verteidigten zwar Leidenschaftlich in Unterzahl, mussten aber einen weiteren Gegentreffer hinnehmen. Das dritte Tor für Kaarst fiel dann in der 13. Minute – natürlich auch in Überzahl der Crash Eagles.
Entsprechend bedient war Trainer Soccio nach den ersten 20 Minuten und stellte seine Mannschaft für das zweite Drittel motivatorisch neu auf. Seine Ansprache zeigte Wirkung: Lediglich eine Strafe wurde von den Unparteiischen im Mittelabschnitt verhängt und diese gegen die Crash Eagles. Das Drittel begann aber alles andere als gut für die Panther: Kaarst erhöhte auf 4:1 nach nur 23 Sekunden. 35 Sekunden später erzielte Tim Strasser aber bereits den Bissendorfer Anschluss. Kurz darauf sorgte Maxim Faber für das 3:4 ehe erneut Strasser den verdienten und umjubelten Ausgleich für die Niedersachsen besorgte. Sebastian Miller, in der einzigen Überzahl des Drittels und Markus Köppl besorgten sogar noch das zwischenzeitliche 6:4. Kaarst konnte zwar im Mittelabschnitt noch einmal verkürzen aber die Wende war für Bissendorf geschafft.
Für den Schlussabschnitt galt es für Bissendorf in der Hitze weiter von der Strafbank fern zu bleiben und die Kaarster möglichst vom eigenen Gehäuse fern zu halten. Dies misslang den Raubkatzen allerdings gerade am Anfang der letzten 20 Minuten. Zunächst glich Kaarst zum 6:6 aus – natürlich bei Bissendorfer Unterzahl. Keine vier Minuten später zogen die Raubkatzen gleich eine doppelte Zwei-Minuten-Strafe und die Eagles nutzen das gleich für zwei weitere Treffer. Dazu kam ein weiterer Treffer in einer weiteren Überzahl und einer bei Vier gegen Vier. 11:6 für Kaarst und ein völlig bedienter Lenny Soccio auf der Bissendorfer Bank nach 48 Spielminuten. Dennoch zeigten seine Mannen – wie schon oft in der Saison – Moral. Vermutlich hätte jede andere Mannschaft gerade bei den Temperaturen in Richtung Dusche gespielt, allerdings nicht so die Raubkatzen – allen voran Routinier Markus Köppl. Treffer um Treffer kämpften sich die Raubkatzen in den letzten zehn Minuten heran. Nach drei Köppl-Treffern stand es 9:11 und die Raubkatzen drückten mächtig auf das Kaarster Tor als es zur entscheidenden Szene des Spiels kam: In einem vermeintlichen normalen Zweikampf im Drittel der Panther verlor der Kaarster Stürmer seinen Schläger und der Bissendorf Maxim Faber musste auf die Strafbank. Mit dem Mut der Verzweiflung erkämpften sich die Raubkatzen sogar noch einige Chancen in Unterzahl und verkürzten – wie sollte es anders sein – durch den hitzeresistenten Köppl zum 10:11. 52 Sekunden waren noch Zeit. Aber erneut verhinderte eine Schiedsrichterentscheidung gegen Bissendorf die letzten Chancen wegen hohen Stocks und so gab es auf Seiten der Bissendorf vor allem kaputte, verschwitzte und enttäuschte Gesichter nach dieser knappen Niederlage.
Pantherkapitän Sellmann brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: „Heute haben wir die Punkte verschenkt – zu viele Strafzeiten und etwas Pech mit den Entscheidungen haben uns heute wichtige Punkte gekostet. Positiv ist aber eindeutig die Moral dieser Truppe: Wir sind zweimal richtig stark zurückgekommen.“ Die Panther haben nun noch zwei Partien um die Play-Offs fest zu buchen und noch etwas an der Ausgangslage in der Tabelle zu verbessern. Die nächste Chance hierzu haben die Raubkatzen in der eigenen Halle in zwei Wochen gegen Aufsteiger Kassel.