Zwei Minuten Blackout lassen alle Panther-Träume platzen

Kürzlich fand in Rossemaison (Schweiz) das Europacup-Turnier für Vereinsmannschaften der Alterklasse Junioren (16 bis 18 Jahre) statt. Mit dabei die Juniorenmannschaft der Bissendorfer Panther, die als Deutscher Vizemeister zum Turnier angereist sind.
Am Sonnabend standen im Forum BIWI – der vom Veranstalter vor einem Jahr in Betrieb genommenen neuen Inlineskaterhockeyhalle – die Vorrundenpartien im mit insgesamt zehn Mannschaften besetzten Teilnehmerfeld an, die in zwei Fünfergruppen ausgespielt wurden. Der erste Gegner, die Crusader Kings aus England, wurde mit einem sicheren 6:1 besiegt, allerdings deutete sich an, dass die anderen Gegner ungleich schwerer zu besiegen sein würden, und auch die Spiele der anderen Vorgruppenrunde zeigten, dass hier fast ausnahmlos hochkarätige Mannschaften am Start waren, die technisch exzellentes, körperbetontes „Hochgeschwindigkeits“-Hockey spielen.
So erreichte das Team um das Trainerduo Patrick Faupel und Leon Rien gegen die Copenhagen Vikings (3:1) sowie den Schweizern SHC Rolling Aventicum (3:2) jeweils umkämpfte Siege. Im letzten Gruppenspiel gegen den Schweizer Meister Wiggertal United würde somit ein Unentschieden reichen, um die Vorrunde als Gruppenerster zu beenden. So geschehen, das Spiel endete 3:3, was bedeutete, am folgenden Sonntag erst spät das Viertelfinalspiel gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner bestreiten zu können, der sich zudem in einem zusätzlichen Spiel noch für das Viertelfinale qualifizieren musste. Soweit die Theorie, denn letztlich stand als Gegner kein geringerer als der Deutsche Meister Crash Eagles Kaarst auf dem Feld, der sich am Vortag sichtlich geschont hatte, die Vorrunde in der anderen Gruppe auf dem vierten Platz belegt und am Sonntagmorgen das Qualifizierungsspiel sicher gewonnen hatte.
In der vierten Minute gelang die Führung durch die Panther durch den überragenden Daniel Faber, die jedoch bereits in der achten Minute wieder ausgeglichen wurde. Danach gab es ein Spiel auf Augenhöhe. In der 16. Minute gab es die erneute Führung der Panther durch Kapitän Jan Boetcher mit einem Schuss aus der eigenen Hälfte, und in der 17. Minute sogar die 3:1-Führung durch Tim Strasser. Was danach geschah lässt sich nur mit dem Wort Blackout erklären. Innerhalb von zwei Minuten erzielte Kaarst drei Treffer und übernahm die Führung. Trotz hohen Einsatzes auf Seiten der Panther gelang kein Tor mehr, im Gegenteil, in der vorletzten Minute musste man sogar noch einen weiteren Treffer hinnehmen und das Spiel war zum Entsetzen aller verloren. Die Enttäuschung nach diesem Spiel war riesengroß, hatte man schon das Halbfinale zum Greifen nah vor sich gesehen. Demzufolge war nach dem Spiel die Luft raus und so gingen die folgenden zwei Platzierungsspiele gegen Wiggertal United (CH) mit 3:4 sowie gegen die Copenhagen Vikings mit 1:2 nach Verlängerung verloren, was am Ende Platz acht im Turnier bedeutete.
Sieger des Turniers wurde nach einem hochklassigen Finale der Gastgeber SHC Rossemaison, der gegen die Copenhagen All Stars mit 3:1 die Oberhand behielt und den Siegerpokal vor den enthusiastisch feiernden Fans in der bis auf den letzten Platz gefüllten Halle entgegennahm.
Als Fazit steht für die Panther, dass man sich auf Augenhöhe mit den stärksten Mannschaften Europas präsentiert hat, auch wenn die Platzierung dieses leider nicht so widerspiegelt. Für Spieler, Trainer und mitgereiste Fans war es eine einzigartige Erfahrung.
Für die Panther spielten: Jan Boetcher (3 Tore / 1 Vorlage), Ole Schmieta (2/3), Janne Goebel (0/4), Tim Strasser (6/5), Daniel Faber (8/1), Eric Walbröl (2/1), Mika Latzel (1/0), Jan Eric Stahlhut, Maximilian Steinfurth, Nico Kreter, Jean-Lennert Reckert, Simon Dyck (0/1), Lennard Boetcher, Bruno Puschmann, Eric Jorge Schöler sowie die Goalies Caroline Schmieta (0/1) und Philip Grittner.