AKT präsentiert Heilkräuter

Kirsten Tatge (Mitte) mit Mutter Renate Verclas und Sohn Marc Kleine erklärt den Besuchern den Maria-von-Treben- Kräutergarten. Foto: N. Mandel
 
Achim Tatge bereitet den Lehmofen für den neuen Brotteig vor. Foto: N. Mandel

Kräutergarten nach Maria von Treben eröffnet

Bissendorf-Wietze (nm). Die Natur und ihre Heilkräfte den Menschen näher bringen, das will der Verein AKT mit Sitz in Bissendorf-Wietze. Am Sonnabend präsentierte AKT den seit dem Sommer 2013 angelegten Kräutergarten.
Hier sind in verschiedenen Beeten Heilkräuter angepflanzt, die die Österreicherin Maria von Treben (gestorben in 1991) in ihrem Buch „Gesundheit aus der Apotheke Gottes“ beschreibt. Zwei Jahre Arbeit hat Kirsten Tatge (53) mit Hilfe von Mutter Renate Verclas (74) und Ehemann Achim Tatge (52) investiert. Auch Sohn Marc Kleine (20) fasst mit an. An dem Tag, als der Kräutergarten erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wird, ist nämlich Unwetter angesagt. Der im Garten aufgestellte Pavillon fällt auch bald dem Wind zum Opfer und Marc Kleine räumt tatkräftig die Überreste zusammen.
Fast 100 Besucher folgen trotz des Wetters der Einladung in den neu eröffneten Garten und lassen sich von Kirsten Tatge die verschiedenen Beete erklären. Jeder bekommt ein kleines Tütchen getrocknete Kamille zum Aufguss für einen leckeren Tee zu Hause. Zu probieren gibt es auch selber mit St.-Leonard-Wasser angesetzten Melissen-Ingwer-Apfelsaft. Schutz vor dem Regen finden die Besucher in dem großen Folientunnel, in dem Tomaten und Gurken gedeihen. Davor wachsen die unterschiedlichen Heilkräuter. „Bis mir das Buch von Maria von Treben in die Hände fiel, hätte ich die meisten dieser Pflanzen für Unkraut gehalten,“ sagt Gastgeberin Kirsten Tatge. Eine Krankheit ihres Bruders hatte sie dazu gebracht, sich mit den Heilkräutern zu beschäftigen. Selber habe sie bereits mehrere Schlaganfälle erlitten, sagt die Rentnerin, deshalb sei ihr wichtig, auch zu vermitteln, dass das Gärtnern nicht nur anstrengend sein muss. Mehrere Hochbeete, die im Stehen zu bearbeiten sind, zeigen dies.
Im Garten ist alles „Bio“, gedüngt wird nur mit Brennesseljauche oder „effektiven Mikroorganismen“. „Die Natur bietet uns so viel, das haben die meisten Menschen leider ganz vergessen,“ sagt Kirsten Tatge. Als sie begann, sich mit den Heilkräutern zu beschäftigen, konnte ihre Mutter mit Rat und Tat zur Seite stehen. Selber passionierte Schrebergärtnerin hatte sie viele Tricks und Tipps zum Pflanzen parat. Außerdem erinnerte sie sich daran, wie sie in der Schule als Kind noch Heilkräuter für eine Apotheke sammeln musste. So entdeckten Mutter und Tochter ihre gemeinsame Leidenschaft: Sie wollen das alte Kräuterwissen für die Nachwelt erhalten. Für Ehemann Achim Tatge ist es wichtig, dass möglichst wenig Chemie verwendet wird. Um unabhängig von Strom zu werden, wurde im letzten Jahr noch ein Lehmbackofen im Garten gebaut. Leckeres Brot und Zuckerkuchen werden den Besuchern frisch gebacken angeboten, es gibt Kräuterbutter mit getrockneten Kräutern aus dem Garten. Viele Interessierte haben sich auf der Liste eingetragen, die der AKT ausgelegt hat. Es ist geplant, einmal im Monat den Lehmofen anzuheizen und mitgebrachte Brotteige zu backen. „Dieses besondere Aroma, was der Lehmofen macht, bekommt man anders nicht hin“, bekräftigt Kirsten Tatge. Davon konnten sich auch die vielen Besucher überzeugen, die das Brotbacken im Lehmofen zum Teil nun selber ausprobieren wollen.