Defi-Einweisung in Resse

30 Bürger aus Resse ließen sich im Umgang mit dem lebensrettenden Gerät, das jetzt im Frischmarkt hängt, schulen.

Kaufmanns spenden Gerät an Verein

Bürger für Resse. Seit drei Jahren bestand bei Antje und Gerd Kaufmann der Gedanke, einen öffentlich zugänglichen Defibrillator in Resse zu installieren. Deshalb hat die Familie Kaufmann nun dem Verein „Bürger für Resse" ein Gerät gespendet, das im Vorraum des Frischmarkts Pagel neben dem Geldautomaten hängt. „Wenn wir dadurch nur einen Menschen retten können, hat sich die Investition gelohnt“, erklärten Antje und Gerd Kaufmann. In Deutschland erleiden jährlich etwa 75.000 Personen einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Auch nach Wiederherstellung der Herz-Kreislauf-Funktion verstirbt innerhalb von 30 Tagen der Großteil der aufgenommenen Patienten im Krankenhaus, und zwar primär an den Folgen einer Hirnschädigung und seltener an der zum Herz-Kreislauf-Stillstand führenden, meist kardialen Erkrankung. Lediglich circa 5.000 Patienten überleben dieses Ereignis nahezu unbeschadet. Diese Zahlen belegen die hohe Relevanz von unmittelbar einsetzenden Reanimationsmaßnahmen durch Personen in der Nähe des Betroffenen. Deutschland nimmt hinsichtlich der Laienreanimation im europäischen Vergleich jedoch nur einen der hinteren Rangplätze ein. Anhand des Deutschen Reanimationsregisters wurde bundesweit eine durchschnittliche Laienreanimationsquote von circa 27 Prozent ermittelt, aus Schweden und den Niederlanden werden beispielsweise Quoten von bis zu 70 Prozent berichtet. Alles in allem besteht daher Handlungsbedarf. Inzwischen gibt es einige Maßnahmen, die dazu beitragen können, die Überlebenswahrscheinlichkeit und Lebensqualität von Menschen nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand zu verbessern.
Am 21.2.2017 konnten sich 30 Interessierte m Rahmen einer zweistündigen Informations-veranstaltung im Resser Mooriz über Herz-Lungen-Wiederbelebung den Umgang mit einem Automatischen Externen Defibrillator (AED) und alternativen Beatmungstechniken zur Mund-zu-Mund(Nase-)beatmung informieren. Notfallmediziner aus der Wedemark führten ehrenamtlich unter Leitung von Dr. Christian Schröter diese Veranstaltung durch. „Aus unserer eigenen Erfahrung der Beschaffung eines öffentlich zugänglichen AED in Hellendorf geben wir gerne Hilfestellung und unser Know-how weiter,“ so Dr. Christian Schröter. „Wir freuen uns, dass auch hier eine Initiative von Bürgern für Bürger geboren wurde. Wir hoffen, dass weitere in der Wedemark folgen.“