Ein Paradies aus Menschenhand

In der ehemaligen Sandkuhle konnten die Kinder viel entdecken.

Kinder erkunden mit der NAJU Wedemark ehemalige Sandgrube

NAJU Wedemark. „Können wir da toben?“ war die erste Frage, als die Kids und Teens der Naturschutzjugend NAJU die ehemalige Sandgrube erblickten. Sandige Steilhänge, Heidekraut in malerischer Blüte und Wildnis pur inmitten eines Kiefernwaldgeländes – wer möchte da nicht spielen? Schnell wurde klar, dass sich in dieser Landschaft auch eine vielfältige Tierwelt entwickelt haben dürfte. Die Gemeinde Wedemark und der NABU haben hier gemeinsam Naturschutz-Maßnahmen durchgeführt. Detlef Schwertmann vom NABU führte die Gruppe zu einem Bauwerk, das vom NABU so umgebaut und überschüttet wurde, dass es als höhlenähnliches Quartier für Fledermäuse dienen kann. Anhand einer präparierten Fledermaus, dem Grauen Langohr, wurde diskutiert, welche Anpassungen die Fledermäuse an ihre Lebensweise entwickelt haben. Die Kinder staunten nicht schlecht, als Detlef Schwertmann die Tür aufschloss, um das Fledermaus-Winterquartier den Kindern von innen vorzuführen. Anhand eines mitgebrachten Fledermausdetektors zeigte er, wie Ultraschallsignale in für Menschen hörbare Töne umgewandelt werden.
Anschließend wurde das Gelände vorsichtig erkundet und dabei auf jede Fährte und jedes Insekt geachtet. Dabei erkannten alle sofort: Als Naturschützer sollte man sich in diesem Pionier-Lebensraum sehr vorsichtig bewegen, um nicht all die Lebensstätten der kleinen Tiere, die auf diesen Sonderstandort spezialisiert sind, zu zertreten. Die Suche nach Fangtrichtern des Ameisenlöwen blieb diesmal ergebnislos, denn am Vortag hatte der Regen so manche in den trockenen Sand gebaute Anlage gestört. Dafür fand Aaron eine Wespenspinne, eine Art die durch die Klimaerwärmung ihr Verbreitungsgebiet nach Norden ausdehnen konnte. Faszinierend ist auch die Lebensweise der Sandlaufkäfer: Diese fliegen auf den offenen Sandflächen einige Meter weiter, um dann Insekten zu erbeuten. Ihre Larven dagegen leben in bis 40 Zentimeter tiefen Erdröhren, die sie nur verlassen, um Beutetiere in diese hineinzuziehen und hierin zu verspeisen. Durch genaues Hinschauen und sich Zeit nehmen, entdeckte die Gruppe mit großer Begeisterung gemeinsam viele kleine Lebewesen.
Naturinteressierte Kinder und Jugendliche können gerne mit Axel Neuenschwander, Telefon (0 51 30) 58 35 49 oder Beate Butsch (0 51 30) 4 06 13 Kontakt aufnehmen und an einem Aktionstag teilnehmen.