Eine Reise durch von Pommern bis Masuren

Ernst Meyer referierte bei den LandFrauen und wurde von Margrid Heuer herzlich begrüßt.

LandFrauen Wedemark starteten mit Vortrag ins neue Jahr

Schlage-Ickhorst. Margrid Heuer eröffnete die Versammlung mit dem Gedicht: "Ein neues Jahr beginnt". Der Saal im Gasthaus Altes Zöllnerhaus in Schlage-Ickhorst war übervoll besetzt. Als Ernst Meyer aus Uetze mit seiner Reisereportage begann, da konnte man eine Stecknadel zu Boden fallen hören. So spannungsgeladen war der Vortrag. Die Reise ging durch Pommern, Westpreußen, Ostpreußen, Ermland und Masuren, durch das Land der "Kiehe" und "Hinerchen". Wo die Kultur aufhört, da fängt Masuren an. Danzig hat heute 500000 Einwohner. 1945 war die Stadt stark zerstört. 96,5 Prozent der Einwohner sind deutschen Ursprungs. In der Frauengasse wurde der Film: "Die Buddenbrooks" gedreht. Die Landgasse ist die Prachtmeile der Stadt und das Krantor ist weltbekannt. Jeden Tag um 13 Uhr guckt die hübsche Hedwig aus ihrem Fenster. Weiter ging es zur Westerplatte, wo im Zweiten Weltkrieg zum ersten Mal geschossen wurde. Zopport ist die Riviera des Nordens. Über Elbing führt die Fahrt nach Marienburg. Majestätisch erhebt sich das riesengroße Backsteinschloss über eine Befestigungsanlage von 20 Hektar in die Höhe. Der Oberlandkanal ist einzigartig und steht unter Denkmalschutz. Der Kanal führt von Elbing nach Osterode. Auf dieser Strecke besteht ein Höhenunterschied von 100 Meter. An fünf Stationen werden die Schiffe über Land gezogen, um den Höhenunterschied zu überwinden. Allenstein ist eine Stadt mit 200000 Einwohnern. Die landwirtschaftlichen Flächen werden gut bewirtschaftet. Große Maschinen und schöne Häuser zeugen von Wohlstand. Ein Besuch in der Kirche Heilige Linde fehlte nicht. Hier wurde die Orgel mit 5 000 Pfeifen bewundert, die Engel musizieren, die Sterne bewegen sich, Trompeten und Glocken ertönen. Herr Meyer berichtete auch von Nikolaiken, Sensburg und Lötzen. Lötzen, einst eine preußische Provinzstadt, hat heute 20 000 Einwohner. Das Schloss der Döhnhoffs hat vier Säulen für die Jahreszeiten, zwölf Öfen für die Monate, 52 Fenster für die Wochen. Ein Besuch im Storchendorf durfte nicht fehlen. 20 Häuser hat das Dorf und 40 Storchennester. Jedes Jahr findet ein großes Fest für die deutschen Minderheiten in Masuren statt. Etwa 1.500 Menschen strömen aus allen Gegenden herbei. Volkstänze in farbenfreudigen hübschen Trachten werden gezeigt. Deutsche Lieder werden gesungen: "Ein Stern, der deinen Namen trägt", "Rosamunde, schenk mir dein Herz", "Trinken wir noch ein Tröpfchen aus dem kleinen Henkeltöpfchen" und viele andere Lieder. 20 Jahre ist der Verband der deutschen Gesellschaft in Ermland und Masuren alt. Früher durfte es keine Vereine geben.