Fahrradtour durch Gailhof

Ein Betreuer vom Stephanstift erklärt den LandFrauen, wieviele jugendliche Flüchtlinge in Gailhof untergbracht sind.

Über 80 Teilnehmer bei Landfrauenfahrt dabei

Landfrauen Wedemark. In diesem Jahr unternahm der LandFrauenverein Wedemark seine alljährliche Fahrradtour durch Gailhof. Die Vereinsmitglieder aus Gailhof hatten diese Tour sorgfältig und mit viel Liebe ausgearbeitet. Treffpunkt war das Jungend- und Gästehaus in Gailhof. Pastor Buck aus Bissendorf begleitete die Tour als einzelner Herr. Sieglinde Göing konnte über 80 Radfahrerinnen begrüßen. Gailhof wurde das erste Mal im Jahr 1381 urkundlich erwähnt. Die 600 Jahrfeier im Jahr 1981 wurde groß begangen. Jetzt wird in jedem Jahr am ersten Sonntag im September gefeiert. In Gailhof gibt es den Bürgerverein, den Schützenverein und die Feuerwehr. Die Dorfgemeinschaft ist hervorragend. Nach dem Krieg hatte Gailhof 15 landwirtschaftliche Betriebe, jetzt sind es nur noch zwei. Ab 1945 sind viele Flüchtlinge in Gailhof heimisch geworden. Jetzt leben in Gailhof 18 jugendliche Flüchtlinge, die ohne Eltern nach Deutschland gekommen sind. Sie werden vom Stephanstift Hannover betreut. Anfangs stehen Dolmetscher zur Verfügung. Da die Jugendlichen schnell deutsch lernen, ist dies später nicht mehr erforderlich. Die Jungen und Mädchen gehen nach Mellendorf zur Schule, Realschule oder Gymnasium und werden solange begleitet bis sie einen Abschluss haben und selbstständig sind. Die Nachbarn in Gailhof lobten die Jugendlichen, die in keiner Weise auffällig und immer nett und freundlich sind. 1974 wurde in Gailhof der Friedhof nach einer Flurbereinigung in Eigeninitiative angelegt. Gelder wurden bei Beerdigungen gesammelt, um damit die Kapelle zu errichten. Es gibt alle Möglichkeiten der Bestattung. Jetzt wird versucht, nach Ablauf der Ruhezeiten die alten Grabsteine aufzubewahren. Begleitet vom Organisten Lükke sangen die Frauen gemeinsam das Lied: „Geh aus mein Herz und suche Freud“. Dann ging es weiter in die Feldmark. Hier haben Eigentümer Flächen zur Verfügung gestellt und die Jäger haben für Insekten und anderes Getier Blühstreifen angelegt. Die Route ging am Gedenkstein von Hinrich Braasch, der ein Jagdfreund von Hermann Löns war und sich sehr für die plattdeutsche Sprache einsetzte, vorbei. Braasch war Träger es Bundesverdienstkreuzes und hatte das Niedersachsenlied und das Wedemarklied gedichtet. Er verfasste Gedichte und Geschichten. Am Mühlengraben mit Blick auf die Firma Ebeling wurde eine Erfrischunspause mit Getränken eingelegt. Die Firma Ebeling wurde 1928 als Bahnrollfuhrunternehmen gegründet und ist bis zum heutigen Tag ein Familienbetrieb, der sich ständig vergrößert hat. 2008 bei der letzten Betriebserweiterung wurde der Mühlengraben, welcher in den achtziger Jahren bei einer Flurbereinigung stark begradigt wurde, versetzt und umgeleitet. So dass er jetzt wieder mehr meandriert. Hier trägt die Firma Ebeling sehr zum Landschaftsschutz bei. Für die Betriebe im Gewerbegebiet Gailhof ist die Nähe zur Autobahn sehr wichtig. So wird kein Wohngebiet durch LKW-Verkehr gestört. Zum Abschluss des Nachmittags ging es zur Biogasanlage der Familie Göing. Ralf Göing erläuterte die Anlage. Die Gülle von über 80 Kühen sowie deren Nachzucht fließt automatisch vom Stall in die Anlage. Außerdem werden noch Gras und Mais verwendet. Zwölf Häuser mit 18 Wohnheiten werden mit Heizung versorgt. Für diesen schönen und informativen Nachmittag bekamen die Gailhofer Frauen, welche die Fahrradtour ausgerichtet hatten, viel Lob. Selbst die kleinsten Orte in der Wedemark haben viel zu bieten.