Fünf Jahre Historische AG Wedemark

Interessiert lauschten die Zuhörer dem Vortrag von Karen Kolp.

Ziegeleivortrag kam bei Besuchern gut an

Historische AG Wedemark. Zum Treffen der Historischen AG Wedemark waren wieder gut 45 Interessierte im Mellendorfer Gemeindehaus zusammengekommen. Der Leiter Jan Olaf Rüttgardt wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass das erste Treffen vor fünf Jahren stattgefunden habe. Seitdem seien zahlreiche Sachthemen aus der Wedemärker Geschichte erörtert worden, wie man im Internetportal der AG nachlesen könne. Mit ihrer Initiative habe die AG in der Wedemark einen Boom an historischem Interesse ausgelöst, für den man nur dankbar sein könne. Inhaltlicher Höhepunkt des Abends war der Vortrag von Karen Kolp zur Geschichte der Ziegeleien auf den Mellendorfer Bergen. Gut zehn Jahre ist die Vortragende in der Feldmark wie in Archiven den fast vergessenen Spuren der Ziegeleien nachgegangen. In dieser Zeit konnte sie nicht nur vieles aufspüren, sondern erarbeitete sich auch eine außerordentliche Fachkenntnis, mit der sie Ergebnisse aus ihrer Forschungsarbeit vortrug. Seit der Gründung der ersten Ziegelei bei Scherenbostel im Jahre 1790 fanden sich immer wieder örtliche Geldgeber, die mit der Ziegelproduktion schnell Geld verdienen wollten. Als Facharbeiter wurden lippische Ziegler angeworben. Diese arbeiteten von März bis Oktober unter schwierigsten Bedingungen, sechs Wochentage täglich bis zu 16 Stunden. An zahlreichen Gebäuden in der Wedemark finden sich Ziegel aus der örtlichen Produktion. Diese waren allerdings selten von bester Qualität. Für den Bau des Mellendorfer Kirchturms konnten sie nur im Inneren des Mauerwerks verbaut werden. Auf die Dauer waren die hannoverschen Ziegeleien leistungsfähiger, auch fehlten ab 1900 Arbeitskräfte, da selbst die armen Lipper inzwischen in heimischen Fabriken Arbeit fanden. Viele örtliche Ziegeleien verfielen und wurden wieder vom Wald überwachsen. Die Zuhörer dankten Karen Kolp für ihren fachkundigen Vortrag mit lebhaftem Beifall.