Halbtagesfahrt der LandFrauen

Ein wunderbarer Nachmittag mit viel Wissenswertem

Wedemark. Zu einer Halbtagesfahrt brach der LandFrauenverein Wedemark in das Schaumburger Land auf. Zunächst ging es nach Steinhude. Dort wurde das Fischer-, Weber und Spielzeugmuseum besichtigt. Das Haus wurde bis zum Jahr 1984 in seinem jetzigen Zustand von einer Fischerfamilie bewohnt. Alles ist so geblieben, wie die Familie damals darin gelebt hat. Die LandFrauen erfuhren viel Wissenwertes über die Fischerei am Steinhuder Meer. Ringsum das Steinhuder Meer wurde früher viel Leinen angebaut, weil der Boden sehr mager war. Nach der Ernte wurde das Leinen zu Flachs verarbeitet und dann gesponnen. Mit großen Webstühlen wurde dann im Winter das Leinen hergestellt. Dieses Leinen war weithin bekannt. Bis zum Ersten Weltkrieg war es üblich, dass die Töchter eine Aussteuer mit in die Ehe bekamen. Dazu gehörten Bettwäsche und Tischtücher. Nach dem Krieg wurde nicht mehr so viel Wert auf den Kauf einer Aussteuer gelegt und so ging in Steinhude die Weberei zurück. Als nächstes Ziel wurde die Kaffeestube in Idensen angesteuert. Hier gab es leckere selbst gebackene Torten. Außerdem kam Sophie Mensching in das Café und führte die Schaumburger Trachten vor. Gleichzeitig berichtete sie über Sitten und Bräuche im Schaumburger Land zu der Zeit, als noch die roten Röcke getragen wurden. Wenn eine junge Frau heiratete, dann bekam sie die Kleidung für ihr ganzes Leben mit in die Aussteuer. Da für gewöhnlich die Frauen im Laufe ihres Lebens an Körperumfang zu nehmen, war dieses durchaus bedacht worden. Die Kleider wurden so genäht, dass im Laufe der Zeit die Kleidung vergrößert werden
konnte. Zu der Kleidung gehörten auch Unterwäsche, Strümpfe, Schürzen und Hauben. An den gestickten Schürzen konnte abgelesen werden, wie wohlhabend die Trägerin war. Es herrschten strenge religiöse Sitten. Besonders Frauen mit einem unehelichen Kind hatten es schwer.
Zum Abschluss des Nachmittags ging es noch in die Fischfabrik Lindemann nach Hagenburg. Diese verarbeitet wöchentlich zwölf Tonnen Hering, der dann bundesweit verkauft wird. Herkunftsland des Herings ist Norwegen. In dem neu errichteten Verkaufsraum konnten die LandFrauen nach Herzenslust Fische einkaufen. Alles in allem, es war ein wunderbarer Nachmittag.