Kultursommerkonzert in Niedernstöcken

Stefan Kießling begeisterte an der romantischen Orgel.

Apartes romantisches Programm in der St. Gorgonius-Kirche

Kulturkreis romantische Orgel. Trotz großer Hitze fanden sich rund 90 Zuhörer in der Niedernstöckener Kirche zu einem beeindruckenden Konzert. Die beiden sympathischen jungen Musiker: Judith Bergmann, Konzertsängerin aus Würzburg und Stefan Kießling, Konzertorganist aus Leipzig, hatten ein romantisches Programm erarbeitet, das einen weiten Bogen spannte. Es wurde mit Felix Mendelssohn Bartholdys Sonate B-Dur, op. 65 Nr.4 vorzüglich registriert und souverän vorgetragen eingeleitet. In den nachfolgenden selten zu hörenden "biblischen Liedern" op. 99 von Antonin Dvorak überraschte der der einfühlsame, subtil differenzierende und verinnerlichte Mezzosopran von Judith Bergmann, klanglich hervorrragend begleitet und getragen von der der romantischen Furtwängler&Hammer-Orgel, die wieder einmal ihre besonderen klanglichen Qualitäten bewies. In Sigfrid Karg-Elerts Rondo alla Campanella op. 156 und Robert Schumanns "Studien für den Pedalflügel" op. 56 Nr.3,4 und 5 zeigte Stefan Kießling sein solistisches Können in der Behandlung der kontrapunktischen und rhythmisch vertrakten Meisterstücke Schumanns wie auch der Klangspiele, Farbenvielfalt und Spielfreude des Rondos von Karg-Elert. Beides Werke, die für die romantische Futrwängler&Hammer-Orgel wie geschaffen scheinen. In Max Regers "Zwei geistliche Lieder" op. 105 veschmolzen Gesang und Orgel zu einer tief ergreifenden Einheit. Das Kabinettstück Scherzo op. 2 von Maurice Duruflé wurde von Stefan Kießling klangfreudig erfrischend und spritzig hingetupft.
Zum Schluss des vielgestaltigen Programms erklang die Missa "in simplicitate" von Jean Langlais für Gesang und Orgel, ein Meisterwerk schlichter Schönheit, Zartheit und Empfindung, das von beiden Künstlern ergreifend innig dargeboten wurde.
Judith Bergmann überzeugte mit ihrem warmen, modulationsfähigen und ausdrucksstarken Mezzosopran von großer Ausstrahlung, Stefan Kießling meisterte souverän und einfühlsam den vielfältigen Part als Begleiter wie auch als Solist diffiziler und virtuoser Orgelkunstwerke. Das Publikum dankte mit lang anhaltendem Applaus, der Kulturkreis überreichte jedem Künstler einen Korb mit Früchten und Produkten aus der Region, verbunden mit guten Wünschen für die weitere musikalische Zukunft.