Kunstreise des imago-Kunstvereins

Auch auf dem Ballhofplatz konnten die Teilnehmer des Kunstausfluges ein Kunstwerk bewundern. Foto: W. Jansen

Mit offenen Augen durch Hannover gehen

imago-Kunstverein. Die Kunst im öffentlichen Raum hat in Hannover eine lange Tradition und einen hohen Stellenwert: Im Lauf der Jahrzehnte wurden mehr als 200 Skulpturen, Plastiken und Installationen im Stadtraum platziert. Wer in der Innenstadt unterwegs ist, wird auf Schritt und Tritt mit historischen und aktuellen Objekten konfrontiert. Sie sind zum Teil des städtischen Gefüges geworden. Dabei bergen sie auf den zweiten und dritten Blick Überraschungen und Erkenntnisse, Geschichte und Geschichten, Perspektiven und Anreize. Also warum in die Ferne schweifen? So trafen sich Interessierte vom imago-Kunstverein in Hannover an dem allgemein bekannten Treffpunkt „Unterm Schwanz“ auf dem Ernst-August-Platz.
Unter der sachkundigen Führung von Thomas Kaestle, Kunstbüro der Landeshauptstadt Hannover, ging es zunächst über den nicht besonders auffallenden Kanaldeckel am Beginn der Bahnhofstraße, aus dem Musik ertönt, in Richtung Kröpcke-Platz.
Erst 2015 wurde hier zur Beleuchtung des Platzes eine Licht-Skulptur von der Designerin Ulrike Brandi angebracht. Die gefaltete, golden schimmernde Skulptur setzt den Kröpcke mit 64 LED-Leuchten in ein besonderes Licht. Befestigt an vier Stahlseilen, die an den umliegenden Fassaden verankert sind, hängt die drei Meter breite Leuchte in rund 15 Metern Höhe über dem Platz. Die Gesamtkosten für dieses Projekt belaufen sich auf rund 370.000 Euro.
Die Frage, ob es sich hier um Kunst handelt, blieb unbeantwortet. Dies mag jeder für sich selbst beantworten. „Die Designerin verstehe sich selbst nicht als eine Künstlerin, fühlte sich aber sehr geschmeichelt, wenn ihr Werk als Kunst angesehen wird“, erzählte Thomas Kaestle.
In Höhe der Ständehausstraße war das nächste Kunstwerk zu sehen, der Blätterbrunnen – auch Ständehausbrunnen genannt – von Emil Cimicotti. Bei der Gestaltung des Brunnens hat der Künstler eine Plastik im Bronzeguss erstellt, die mit großzügigen Blattmotiven ausgestattet ist. Es galt das besondere Detail, nämlich eine kleine im Blattwerk versteckte Schnecke zu entdecken. Der Kombination Blattwerk und Wasser bietet dem Betrachter ein ästhetisches Bild. Der Kunstspaziergang führte noch zu anderen Kunstprojekten in der Innenstadt, wie beispielsweise auf dem Ballhofplatz. Es lohnt sich also, für sich selbst die Zeit zu nehmen und zu Fuß durch Hannover mit offenen Augen zu gehen.