LandFrauen reisen ins Calenberger Land

Die LandFrauen lauschen den Ausführungen der Gästeführerin zur St.-Vitus-Kirche.

Sehenswürdigkeiten wurden humorvoll und spannend näher gebracht

LandFrauen Wedemark. Der LandFrauenverein Wedemark reiste jetzt in das Calenberger Land. Die Sonne schien und zwischendurch fielen ein paar Regentropfen vom Himmel. Das frische Grün der Landschaft und die blühenden Rapsfelder luden so richtig zur Ausfahrt ein. Gertrud Eckardt, eine temperamentvolle Gästeführerin, gab ihr Wissen über das Calenberger Land humorvoll und spannend preis. Zuerst ging die Fahrt nach Hemmingen, der Nachbarstadt von Hannover. Das Rittergut Hemmingen wurde in die Karte des Amtes Calenberg von 1784 als „Adelshof von Alten“ bezeichnet. Zwischen dem dörflichen Bereich Hemmingen und der Bundesstraße 3 entstand die Siedlung, neben der Bundesstraße 3 das Wohngebiet Westerfeld. 1956 begannen Rat und Gemeindedirektor der Gemeinde Hemmingen-Westerfeld eine weitsichtige Maßnahme zu planen, die im Bundesgebiet und auch im Ausland Beachtung fand. Auf 18 Hektar wurde von 1958 bis 1962 der Bereich „Ortsmitte“ mit fast 400 Eigenheimen geschaffen. Gleichzeitig entstand ein Einkaufszentrum mit Geschäften aller Branchen. Mit der evangelisch-lutherischen Kirche und dem Rathaus bildete es den Ortsmittelpunkt von Hemmingen-Westerfeld. Weitere Baugebiete setzten die Entwicklung fort und machten Hemmingen zu einem bevorzugten Wohngebiet. Neuartige Wohnformen wurden frühzeitig geboren und fanden Anklang. 1966 wurde die Neubausiedlung preisgekrönt. Dies gilt für Gartenhofhäuser ebenso wie für ein Terrassenhaus.
Der Sundern ist das älteste Naturschutzgebiet in Niedersachsen. In Wilkenburg wurde die St.-Vitus-Kirche besichtigt. Ein einmaliges Kleinod in dieser Gegend und liebevoll renoviert. Die Familien von Campen, von Alten, von Reden und von Hardenberg waren Sponsoren für diese Kirche. Die Grabsteine sind noch vorhanden.
Weiter ging die Fahrt nach Koldingen. Das Gut Koldingen ist hervorragend renoviert und in einem äußert guten Zustand, während das Schloss leider zusehends verfällt. In Harkenbleck durften nur diejenigen einen Taubenschlag haben, die kein Land verkauft hatten. Nach hierher waren Bauern aus dem Salzgittergebiet umgesiedelt worden; deshalb haben die Bauernhöfe alle die gleiche Bauart. Das Land zwischen Deister und Leine ist das meine, hatte einst Herzog Erich von Calenberg gesagt und meinte den äußert fruchtbaren Landstrich, auf den auch die Hildesheimer Bischhöfe Anspruch erhoben. So kam es, dass die Bevölkerung mal katholisch und mal evangelisch-lutherisch war. Daraus ergab sich, dass der Calenberger Buer stur wurde.
Durch das hübsche Leinetal führte die Fahrt nach Pattensen, Jeinsen und zur Domäne Schulenburg. Diese ist vollkommen neu renoviert. Zum Abschluss ging es zu Besuch zur alten Festung Calenberg. Hier sind zwar nur noch Mauerreste zu sehen, aber die geschichtlichen Zusammenhänge mit der Stadt Hannover waren interessant. Vorbei an der Marienburg, durch die fruchtbaren Felder des Calenberger Landes, am neuen Briefzentrum vorbei, ging es nach Hannover zurück.