Lange Nacht der Resser Schützen

Die geehrten vom Schützenverein Resse: (v. l.) Jan Mietzner, Helga Rehaag, Kreisschützenmeisterin Birgit Gräfenkämper.

Goldene Ehrennadel für „Teiler-Jan“ Mietzner

Schützenverein Resse. Ja, es war schon eine außergewöhnliche Jahreshauptversammlung der Resser Schützen im Heidegasthof Löns. 50 Jahre Mitgliedschaft im Schützenverein Resse. Auf diese lange Zeit kann Jan Mietzner, der liebevoll „Teiler-Jan“ von seinen Vereinskameraden genannt wird, zurückblicken. Nie hat ein Schütze so viele Teiler Zehnen bei Wettkämpfen geschossen wie er. Jan Mietzner leistete viele Jahre aktive Vorstandsarbeit. So war er von 1967 bis 1970 und von 1974 bis 1987 2. Schießsportleiter und 25 Jahre, 1966 bis 1991, Fahnenträger des Vereins. Noch heute ist er bei allen Veranstaltungen dabei und aus dem Vereinsleben des Schützenverein Resse nicht wegzudenken. Für diese große Leistung wurde er von Kreisschützenmeisterin Birgit Gräfenkämper mit der Ehrennadel in Gold ausgezeichnet. Für 25-jährige Mitgliedschaft bekam Helga Rehaag die Ehrennadel in Silber überreicht. Sichtlich überrascht nahm sie diese Auszeichnung sehr gern entgegen. Nach den überaus positiven Rechenschaftsberichten der einzelnen Vereinssparten standen unter anderen brisante Themen wie Neuwahlen und Vereinszusammenführung Schützen- und Sportverein auf der Tagesordnung. Bei den Wahlen konnten alle Vorstandsämter erfolgreich besetzt werden. Bis auf Claudia Winkler, die als 2. Jugendleiterin nach zwölfjähriger Mitarbeit aus dem Vorstand ausgeschieden ist, wurden alle Vorstandmitglieder in ihren Ämtern von der Versammlung einstimmig bestätigt. Vorsitzender Carsten Grotzke, 2. Vorsitzender Hermann Röhrbein, Schriftführer Michael Bertus, 1. Schatzmeisterin Melani Krug, 2. Schatzmeisterin Renate Gutowski, 1. Schießsportleiterin Marion Stünkel, 2. Schießsportleiter Dirk Rapke, 1. Damenleiterin Monika Ludwig, 1. Jugendleiterin Carola Rapke, 2. Jugendleiterin Nina Baumgarten, Öffentlichkeitsarbeit Carola Rapke, 1. Fahnenträger Robert Krug, Zugführer Jochen Pardey und Scheibenannägler Dirk Rapke. Nach dem die Neuwahlen insgesamt nicht mal eine halbe Stunde in Anspruch genommen hatten, gab es beim Thema Vereinszusammenführung erheblich mehr Diskussions- und Redebedarf. Carsten Grotzke erläuterte zunächst seine Bedenken, wie es mit dem Schützenverein Resse in den nächsten fünf bis zehn Jahren weiter gehen soll. Vereinsauflösung aus Mangel an jungen und tatkräftigen Mitgliedern? „Wir müssen uns schon jetzt für die Zukunft ernsthaft Gedanken machen, wie unser Verein weiterbestehen und arbeiten kann, wenn die ,Alten' nicht mehr tatkräftig mitarbeiten können. Wie in fast jedem Verein, veraltet auch unser Schützenverein“, so Carsten Grotzke. Diese Aufzeichnungen machen es überaus deutlich: Von insgesamt zurzeit 105 Vereinsmitgliedern ergibt sich ein Altersdurchschnitt von 52,5 Jahren, dabei sind 67 Mitglieder älter als 50 Jahre. Der Schützenverein braucht unbedingt junge, tatkräftige und interessierte Mitglieder. Da dies in der heutigen Zeit sehr schwierig ist, werden über eine Kooperation oder Verschmelzung mit dem Sportverein Resse nachgedacht. Verschiedene Varianten stehen zur Auswahl. Eine davon wäre beide Vereine aufzulösen und einen neuen gemeinsamen Verein zugründen und eventuell eine gemeinsame Sportstätte zu errichten. Die Mitglieder dieses neuen Vereins, hätten alle Möglichkeiten in den einzelnen Sparten, die passende Sportart für sich zu finden. So bekäme der Schießsport, mit Sicherheit wieder mehr Aufmerksamkeit und Interesse in der Öffentlichkeit. Begeisterung war in den Gesichtern der meist langjährigen Mitgliedern des Schützenvereins zwar noch nicht zu lesen, man hängt halt an seinem nunmehr 112 Jahren alten Schützenverein, aber einige können sich mit dem Gedanken langfristig durchaus anfreunden, ohne mit der Tradition zum ältesten Verein in Resse zu brechen. Carsten Grotzke hat es nun seinen Mitgliedern nahe gelegt, sich Gedanken zumachen, ob und wie ein vernünftiges Konzept erarbeitet werden soll. Nichts soll überstürzt werden, aber nichts zu tun, wäre ein fataler Fehler.