Lebhaftes Treiben auf dem Weg zum Teich

„Kröten“ auf ihrem gefahrvollem Weg zum Laichgewässer. Foto: Beate Butsch

NAJU versetzt sich in die Situation wandernder Kröten

NAJU Wedemark. Es war ein lebhaftes Treiben voller Begeisterung: In einem Gelände-Rollenspiel überquerten die Kinder und Jugendlichen der Naturschutzjugend Wedemark als Kröten einen Weg, um sich an einem Teich zum Ablaichen zu treffen. „Ganz schön anstrengend, jemanden huckepack über die Straße zu tragen“, stellte Shervin fest. „Bei den Erdkröten lassen sich manche Männchen von den Weibchen tragen, aber nur zum Laichgewässer hin, zurück gehen alle alleine“, bemerkte Patrick. Doch nicht alle aus der Krötenmannschaft kamen am symbolischen Laichgewässer an. Die Fahrzeugführertruppe imitierte mit Bobbycars und Rollern die Gefährdung der Amphibien durch Verkehr. Beim Ruf ‚warmer Regen‘ setzte eine starke Amphibienwanderung ein, bei ‚Frosteinbruch‘ kam die Wanderung zum Erliegen. Spielerisch und sportlich hatten sich so die NAJUs in die Lebensweise der Erdkröten hineinversetzt und erfahren, dass diese Tiere sich im Frühjahr in ihrem Geburtsgewässer zur Fortpflanzung treffen und hier sogenannte Laichgesellschaften bilden. Dann wandern sie zurück in ihre Sommerlebensräume in der Umgebung und im Herbst vergraben sie sich in frostfreien Überwinterungsverstecken. Von dort starten sie im nächsten Frühjahr wieder, wenn ausreichende Bodentemperaturen und regnerisches Wetter günstige Bedingungen signalisieren.
Allen wurde klar, dass ein Gewässer zum Ablaichen nicht ausreicht, sondern dass auch ein geeigneter Sommer- und Überwinterungslebensraum in der Nähe sein muss – möglichst ohne Trennung durch gefährliche Straßen. Die Landschaftsplanerin und Leiterin der Gruppe Beate Butsch führte die Gruppe anschließend an einen echten Teich, um mit den Kindern und Jugendlichen herauszufinden, wodurch sich ein gutes Laichgewässer auszeichnet, in dem die aus den Eiern schlüpfenden Kaulquappen günstige Überlebenschancen vorfinden. Dabei zeigte sich, dass aus den Reihen der Kinder bereits ein beachtliches Grundwissen über die Bedeutung ganz unterschiedlich ausgeprägter Uferzonen, deren Pflanzen und der Wasserqualität zusammengetragen werden konnte.