Musikalischer Kanaldeckel

Warum in die Ferne schweifen, das dachten sich auch Mitglieder des imago Kunstvereins und fuhren nach Hannover.

Mit dem imago Kunstverein nach Hannover

imago Kunstverein. Warum in die Ferne schweifen – gibt es doch auch Kunst so nahe, die zu entdecken es sich durchaus lohnt. So hat der imago Kunstverein Wedemark diesmal eine Kunstreise mit der S-Bahn in die Landeshauptstadt Hannover unternommen.
Die Kunst im öffentlichen Raum hat eine lange Tradition. Die Landeshauptstadt Hannover holte sich in den Jahren 1969 bis 1974 mit dem „Straßenkunstprogramm“ zeitgenössische Kunst gezielt in öffentliche Räume. Wer heute nur kurze Wege in der Innenstadt zurücklegt, kann die Kunst nicht umgehen; wird auf Schritt und Tritt mit historischen und aktuellen Objekten konfrontiert. Sie sind zum Teil des städtischen Gefüges geworden – oft so sehr, dass sie gar nicht mehr bewusst wahrgenommen werden. Dabei bergen sie auf den zweiten und dritten Blick Überraschungen und Erkenntnisse, Geschichte und Geschichten, Perspektiven und Anreize.
Vom Treff „unter dem Schwanz“ ging es in Richtung Bahnhofstraße. Fast achtlos geht man über einen Kanaldeckel und hört plötzlich Musik. Woher kommt diese Musik? Während zum Umbau zur EXPO2000 der Bahnhofsplatz umgestaltet wurde, entstand Hannover´s kleinste Disco unter einem Kanaldeckel. Es handelt sich hier um eine Installation von Michael Gehrke; bekannt als Imagepfleger und Initiator des hannoverschen Flohmarkts. Zwei CD-Player teilen sich Tag und Nacht die Arbeit, zwei Lautsprecherboxen bringen die Musik ans Tageslicht oder bereichern das Nachtleben. Im Stadtraum sind mittlerweile mehr als 200 Skulpturen, Plastiken und Installationen platziert. Viele namhafte Künstler, die zum Teil eine innere Beziehung zur Landeshauptstadt haben, sind mit ihren Werken vertreten.
Die Führung hat allen Teilnehmern gezeigt, dass die Kunst in der so schnelllebigen Zeit dazu einlädt, einfach einmal stehen zu bleiben und sich inspirieren zu lassen. Vielleicht vermittelt die Kunst dem Betrachter neue Möglichkeiten, sie als Ausgangspunkte für Neues und Eigenes zu nutzen. Die Wahrnehmung von Kunst darf sehr unterschiedlich sein. Gerade dies trägt zu einer persönlichen Bereicherung bei.