NaturFreunde wanderten im Osterwald

Das Wetter spielte mit bei der Wanderung der Wedemärker im Osterwald.

Pferd des Herzogs scharrte hier Kohle frei

NaturFreunde Wedemark. Die diesjährige Wanderung führte 23 Wedemärker NaturFreunde und Gäste in den Osterwald. Nach einer abwechslungsreichen einstündigen Fahrt mit S-Bahn, Metronom und Eurobahn kam die Gruppe bei strahlendem Sonnenschein an der Bahnstation Osterwald an und wanderte frohgelaunt aus dem Saaletal hinauf zu dem malerisch am Waldrand gelegenen Ortskern von Osterwald. Von weitem hörte man schon das Glockengeläut der hundertjährigen Christuskirche, die den herausragenden Mittelpunkt des Bergortes bildet.Nach einer Sage soll das Pferd des Herzog Julius von Braunschweig bei einem Ausritt am Boden gescharrt und auf dem Osterwald Kohle freigelegt haben, worauf der Herzog beschloss, hier ein Bergwerk einzurichten, um Brennmaterial für die Siedepfannen des im Tal liegenden Salzhemmendorf zu gewinnen. Tatsächlich wurde in Osterwald ab 1585 unter der Regentschaft des Herzogs Steinkohle gewonnen. Später kamen noch eine Glashütte und Sandsteinbrüche hinzu. Diese Erwerbsquellen wurden inzwischen wieder aufgegeben. Heute ist Osterwald bekannt durch das Besucherbergwerk (mit dem Ausbau des Hüttenstollen wurde 1980 begonnen) und durch die Freilicht- und Waldbühne. Danach ging es durch den unbelaubten Buchenwald weiter – die Sonne hatte die ersten Frühlingsblüher hervorgelockt wie Huflattich und Buschwindröschen. Das gute Wetter erlaubte schöne Ausblicke auf den gegenüber liegenden markanten Bergrücken des Ith, des Thüster Berges und später auch auf den Nesselberg und Großen Deister. Wegweiser zeigten das Ziel „Salzburg“ an. Die Herkunft dieses Namens verrät später eine Tafel am gleichnamigen Gasthaus: 1773 kamen sechs evangelische Auswandererfamilien aus dem Berchtesgadener Land, die vom hannoverschen König ins Land geholt worden waren, an diesen Ort und siedelten sich hier an. Im Gasthof wurde eine längere Rast eingelegt, um dann frisch gestärkt das letzte Drittel der Wanderung durch die Feldmark nach Coppenbrügge zurückzulegen. Da bis zur Zugabfahrt noch etwas Zeit war, bot sich ein Gang durch den seit über 1000 Jahren bestehenden Flecken Coppenbrügge an. Im Mittelpunkt des Ortes befindet sich die seit einigen Jahren restaurierte Burg mit Wall und Wassergraben; seit 1986 kann man sich im Burgmuseum über die Geschichte des Ortes und der Umgebung informieren. Die historische Anlage und der sie umgebende kleine Park mit dem alten Baumbestand fanden bei den Wanderern großen Anklang. Daneben rief die originelle Warnung des hölzernen Schutzmanns an der Burgbrücke bei vielen ein Schmunzeln hervor. Froh gestimmt ging es danach vom Bahnhof Coppenbrügge mit den diversen Öffis wieder zurück in die Wedemark.