Soldatenkameradschaft unterwegs

Hatten viel Spaß bei ihrem Ausflug: Die Teilnehmer der Soldatenkameradschaft Mellendorf und Umgebung.
 

Tagesfahrt zum Weltkulturerbe Wilhelmshöhe

Soldatenkameradschaft Mellendorf und Umgebung. Kürzlich trafen sich 61 Kameraden der Soldatenkameradschaft Mellendorf mit Freunden zur Tagesfahrt.
Um 7 Uhr startete die Gruppe bei leichtem Regen mit einem neuen Doppeldeckerbus von zum Weltkulturerbe Wilhelmshöhe. Nach Genuss eines kräftigen Frühstücks lockerte sich der Himmel auf und die Gruppe erreichte gegen 11 Uhr die Königsalm Nieste im Kaufunger Wald. Bei volkstümlicher Musik wurde gegessen. Weiter ging die Fahrt zum Bergpark und Schloss Wilhelmshöhe in Kassel. Drei fachkundige Führer zeigten die original Wohnräume des Kurfürsten Wilhelm I. Bewundernswert war auch das beheizte Mamorbad und Ankleidezimmer der Kurfürstin Auguste. Anschließend ging es zu den Wasserspielen im Bergpark Wilhelmshöhe: Die große Wasserkunst im Bergpark, die unter Landgraf Karl entstanden ist, war eine architektonische und ingenieurtechnische Ausnahmeleistung ihrer Zeit. Kurfürst Wilhelm I. ließ ab 1701 über den gesamten Park verteilt mehrere Wasserfälle und Teiche, Bäche und Wassersprünge, einen See und ein Aquädukt mit tosendem Wasserfall erschaffen.
Dafür wurde auf den Höhen des Habichtswalds über ein Grabensystem Regen- beziehungsweise Oberflächenwasser in Speicherbecken gesammelt. Eines davon ist der Sichelbachteich, der sich mit 6.300 Quadratmeter Fläche, sieben Meter Tiefe und 40.000 Kubikmeter Fassungsvermögen 1.050 Meter westlich des Herkules befindet. Dieses Wasser wird durch unterirdische Stollen zum Herkules, dann mit 292 Meter Höhenunterschied bis zum Schloss geleitet. Diese Wasserspiele wurden im Zuge der Errichtung des Herkules über ein detailreich ausgeklügeltes System angelegt. Dabei ergießen sich über Kaskaden, Kanäle und andere Bauwerke ungefähr eine Stunde lang etwa 1.200 Kubikmeter Wasser durch den Bergpark bis hinunter zum Schloss Wilhelmshöhe. Die Wasserspiele finden nur mittwochs und sonntags statt.
Die Wasserspiele basieren noch immer auf der jahrhundertealten Technik, funktionieren ausschließlich mit dem Gefälle und kommen daher ohne Pumpen aus. Es existieren zwei unterschiedliche Wasserwege, die von Hand geöffnet und geschlossen werden, wozu sechs bis sieben Personen notwendig sind. An den einzelnen Orten benötigt das Wasser etwa zehn Minuten, um diese komplett zu passieren. Der Ablauf ist so konzipiert, dass die Besucher das Wasser von oben bis nach unten begleiten und alle Stationen betrachten können. Ein großer Teil der Mitreisenden nahm an der letzten Station der Fontäne Platz, um alles von unten anzusehen. Beginn war 14.30 Uhr am Riesenkopfbecken unterhalb des Herkules, dann folgte 15.05 Uhr der Steinhöfer Wasserfall, 15.20 Uhr die Teufelsbrücke, 15.30 Uhr das Aquädukt und Höhepunkt war um 15.45 Uhr die große Fontäne mit 53 Meter Höhe. Fast 3.000 Personen folgten dem Spektakel. Im Anschluss hatten alle Mühe einen Platz beim Schlosshotel zu bekommen. Sogar die Sonne brannte mit einem vom Himmel, und manch einer bekam noch rote Wangen. Es folgte aber noch eine Stadtrundfahrt durch Kassel, größtenteils über die Wilhlemshöher Allee. Bei strahlendem Sonnenschein hatte man einen herrlichen Ausblick über Kassel und den grünen Hessischen Tälern. Pünktlich gegen 20 Uhr erreichten alle müde aber zufrieden die Heimatorte.