Viele kleine Lebewesen entdeckt

Die NAJU-Gruppe am Ende des Aktionstages. Foto: S. Noormann

Naturschutzjugend Wedemark untersucht die Wietze

Naturschutzjugend Wedemark. ‚Was ist das für ein merkwürdiges Tier in meinem Netz?‘
‚Ich habe viele kleine Lebewesen entdeckt!‘ Die Kinder- und Jugendgruppe des NABU Wedemark kescherte begeistert kleine Wasserlebewesen aus der Wietze. Sie wurden sorgsam und vorsichtig in Wassereimern gesammelt, ausgiebig bewundert und bestimmt. Gero erkannte sofort, dass die seltsamen Tiere Wasserskorpione sind, eine Wanzenart und erklärte den neuen Mitgliedern in seinem Team fachkundig und geduldig, was alles ins Netz gegangen war: Bachflohkrebse, Köcherfliegenlarven, Kleinlibellenlarven, Schnecken und vieles mehr. Mia gelang mit einem großen Pferdeegel ein einmaliger Fang. Mit Hilfe von Bestimmungsbüchern und Becherlupen konnten auch die schwierigen Fälle gelöst werden.
In Kleingruppen aufgeteilt erforschten die Kids und Teens an verschiedenen Stationen nicht nur die Lebewesen im Gewässer, sie führten zusammen mit dem Landschaftsökologen Axel Neuenschwander auch anspruchsvolle chemisch-physikalische Versuche durch und ermittelten zum Beispiel den pH-Wert, den Phosphatgehalt, den Nitratgehalt und die Fließgeschwindigkeit an verschiedenen Stellen des Gewässers. Zu Beginn des Aktionstages hatte Patrick die Entwicklung und Eigenschaften eines Fließgewässers von der Quelle bis zur Mündung ins Meer erklärt. An der dritten Station wurde an diese Aspekte angeknüpft und, unterstützt von Heide Gärtner, überlegt, wie sich natürliche und naturferne Fließgewässer unterscheiden und welche Vor- und Nachteile sie haben. An der Mohmühle ist eine Umflutung, also eine Umleitungsstrecke für Wassertiere angelegt worden, die den über 1 m hohen Sohlabsturz an der Mühle sonst nicht überwinden könnten - ein schönes Beispiel für praktischen Naturschutz. Am Ende des erlebnis- und erkenntnisreichen Tages setzten die Kinder selbstverständlich alle Kleinlebewesen wieder vorsichtig und wohlbehalten genau dort ins Wasser, wo sie sie gefangen hatten. Die jungen Naturforscher fanden die Einführung in wissenschaftliches Arbeiten so spannend, dass sie gar nicht aufhören und nach Hause wollten.