Vortrag bei den LandFrauen

Rasmus Narjes berichet über sein Leben als Blinder

LandFrauen Wedemark. Rasmus Narjes aus Bispingen war zu den LandFrauen in die Wedemark gekommen, um über sein Leben als Blinder zu erzählen. Narjes ist seit Geburt an blind. Seine Augen sind in Ordnung, aber die Verbindung zum Gehirn fehlt. Gleich bei der Geburt war dieser Fehler nicht aufgefallen. Erst als Narjes nicht auf Reize reagierte, wurde die Erblindung festgestellt. Zusammen mit einer älteren Schwester und zwei jüngeren Brüdern ist er in der Familie aufgewachsen. In der ganzen Familie ist sonst niemand erblindet. Früh hatte er sprechen gelernt, dafür umso später laufen. Die Unterstützung der Familie ist für Narjes sehr wichtig. Rasmus Narjes geht zurzeit in die zwölfte Klasse des Wirtschaftsgymnasiums Soltau. Er ist in einen ganz normalen Kindergarten gegangen und später zur Regelschule. Seit der ersten Klasse steht ihm eine Integrationskraft zur Verfügung. Diese Person hat ihn bisher von Anfang der Schulzeit an begleitet und wird über die Lebenshilfe vom Land bezahlt. Jedes Jahr muss die Integrationskraft neu beantragt werden. Zuerst taten sich die Lehrer mit der Aufgabe schwer, ein Kind mit Handicap in der Klasse zu haben. Doch schnell stellte sich heraus, dass es genau die richtige Entscheidung war, nicht zu einer Blindenschule gehen zu müssen. In diesem Fall wäre er von der Familie getrennt worden. Es gibt eine Medienzentrale, welche die Schulbücher für Blinde umarbeitet. In den Klassen eins bis drei hat er mit Blindenschulbüchern gearbeitet. Seit der vierten Klasse arbeitet er mit einem Laptop. Seine Hobbies sind Klavier und Orgelspiel. Hierfür hat er das evangelische Gesangbuch in sieben Bänden, da die Blindenschrift wesentlich umfangreicher ist. Alle Stücke müssen auswendig gelernt werden. Ein weiteres ganz wichtiges Hobby ist für Narjes der Blindenfußball. Seit 2013 spielt er mit dem FC St. Pauli in der Bundesliga und 2017 ist seine Mannschaft Bundessieger geworden. Narjes hatte seinen „Klingelfußball“ und Kopfschutz mitgebracht und demonstrierte den LandFrauen und Gästen eindrucksvoll, wie Blindenfußball gespielt wird. Sein Berufswunsch ist Jura zu studieren. Dazu wünschten alle anwesenden Personen diesem jungen und lebensbejahenden Mann von ganzem Herzen alles Gute.