Wer rettet die deutsche Sprache?

Senioren Union hörte Vortrag

Senioren Union. Wer rettet die deutsche Sprache? Das war der Titel des Vortrages, der kürzlich bei der Senioren-Union gehalten wurde. Beinahe 30 Personen hatten sich trotz widriger Wetterverhältnisse eingefunden, ein Zeichen dafür, dass das Erhalten der deutschen Sprache vielen am Herzen liegt. Der Vorsitzende des Vereins Deutsche Sprache für die Region Hannover, Herr Hans-Jürgen Lietz, verdeutlichte eindrucksvoll, wie unsere Sprache verhunzt wird, besonders durch die Überfrachtung mit englischen Begriffen. Er brachte mittels Projektor (im Scheinanglizismus als Beamer bezeichnet) viele Beispiele aus unserer Umgebung, vor allem aus der Werbung, Aushängen in Geschäften, Anzeigen in Zeitungen und vielem mehr. Es entwickelte sich eine rege Diskussion, während der ein Besucher eine Geschichte vortrug, die er selbst vor kurzem erlebt hatte. Er hatte aus der Briefunterschrift eines bayrischen Autoherstellers die hierzulande unbekannte Berufsbezeichnung, „Leiter After Sales“, mittels verschiedener Lexika auseinan-dergenommen. Die Deutung war für den Träger der Berufsbezeichnung und die Anwesenden gleichermaßen aufschlussreich und amüsant. Wer also rettet die deutsche Sprache? Natürlich wir alle, indem wir unsere schöne, ausdrucksvolle Sprache so gebrauchen, wie wir es einmal gelernt haben und nicht, wie es so häufig in den neuen Medien üblich ist, durch nicht erklärbare Abkürzungen oder eben übermäßig viele, zum großen Teil falsche, englische Ausdrücke. Weisen wir in Zukunft diejenigen, die unsere Sprache verunstalten, darauf hin und fragen sie nach der Bedeutung Englisch klingender Wörter. Das große Ziel des Vereins Deutsche Sprache ist, den Artikel 22 des Grundgesetzes um den Zusatz zu ergänzen: „Die Sprache der Bundesrepublik ist Deutsch.“ Es liegt schon ein Antrag beim Bundestag vor, aber leider wohl noch in irgendeiner Schublade. In Österreich, Liechten-stein und der Schweiz ist die deutsche Sprache in der Verfassung als Amtssprache festgelegt, nur in Deutschland nicht. Deshalb wird dafür geworben, dieses öffentlich zu machen und dem Beispiel der Nachbarländer zu folgen.