Wicke bei der Jungen Union

essica Borgas, scheidende JU Vorsitzende, und Eberhard Wicke, Vorsitzender CDU-Regionsfraktion.

„Kommunalwahl – keiner geht mehr hin"

Wedemark. Eberhard Wicke, CDU Fraktionsvorsitzender in der Region Hannover, war Gast bei der Jahresveranstaltung der Jungen Union Wedemark zum Thema „Kommunalwahl - keiner geht mehr hin“. Die Gründe für die niedrigen Wahlbeteiligungen sieht Wicke jedoch nicht im grundsätzlichen Desinteresse an Politik sondern in der Tatsache, dass die Bürger sich häufig ihre politische Meinung über Themen der Bundespolitik bilden. Diese Ansichten übertragen sie dann auf ihre Gemeinde. Dabei seien lokalen Themen genauso spannend. Wicke nannte als Beispiele den Straßenbau, Neubautrassen der Bahn, Fluglärm oder Abfallentsorgung. „Problematisch für die Politik ist, dass die Menschen sich erst dann engagieren, wenn die Bagger kommen!“ Dann ist es aber häufig zu spät. Konsequenz muss sein, dass eine Volkspartei wie die CDU Themen rechtzeitig und notfalls auch kontrovers mit den Betroffenen diskutiert. „Dem Bürger ist eine lebendige, offen diskutierende Partei lieber als eine, die sich in Hinterzimmern ihre ‚eigene Meinung’ bildet.“ Die Aufforderung von Wicke zur offenen Diskussion nahmen die Mitglieder der Jungen Union gern auf. Atom-, Renten- und Regionspolitik standen im Mittelpunkt der Diskussion. Besonders scharf kritisierte Wicke die Finanzpolitik der Region. „Ein Regionspräsident, der neue Schulden macht und die Schuldfrage auf andere abwälzt, der macht es sich zu einfach.“ Bei rund 1,2 Milliarden Schulden müssen die Fragen der Ausgaben wie die für das Sozialticket im Vordergrund stehen. Wicke halte das auch für eine Form der Glaubwürdigkeit, da die Bürger beim Sparen weiter sind als manche Politiker. Die CDU habe sich immer dadurch ausgezeichnet, dass sie sich an den Realitäten orientiert habe und nicht an hohlen Versprechungen. Abschließend ging Wicke auf die Kandidatenaufstellung für die Kommunalwahl ein. Die CDU braucht als Volkspartei eine gute Mischung zwischen Jung und Alt und verschieden Berufen und Geschlechtern.