1,1 Milliarde Euro Einnahmen

Zahlen, Daten und Fakten des Jahres 2017

Langenhagen/Hannover. Die Zollverwaltung ist die Einnahme- und Wirtschaftsverwaltung des Bundes.
Sie erzielt Jahr für Jahr rund die Hälfte der Steuereinnahmen die dem Bund zufließen. Im Jahr 2017 waren das rund 130 Milliarden Euro.

Die Zollverwaltung sichert damit die finanzielle Leistungsfähigkeit des Staates und ermöglicht wichtige Zukunftsinvestitionen in Bildung, Familie, Forschung und Infrastruktur.

Das Hauptzollamt Hannover mit seinen Dienststellen in Lüneburg, Soltau, Verden, Celle, Hannover, Hameln und Holzminden ist mit rund 1,1 Milliarden Euro an diesen Einnahmen beteiligt.

Die aufkommensstärksten Steuern waren die Energiesteuer mit 190 Millionen Euro und die Kraftfahrzeugsteuer mit 316 Millionen Euro und die Einfuhrumsatzsteuer mit 506 Millionen Euro.

33 Millionen Euro Zölle wurden erhoben und an die EU nach Brüssel abgeführt.

Auch das Land Niedersachsen profitierte von den Zolleinnahmen. Die Biersteuer wird von der Zollverwaltung als Verbrauchsteuer erhoben und an die Bundesländer abgeführt. Das Niedersächsische Finanzministerium erhielt im Jahr 2017 elf Millionen Euro Biersteuer.

Für das Hauptzollamt Hannover waren im Jahr 2017 630 Zöllnerinnen und Zöllner im Einsatz. Seit dem Jahr 2016 wird der Nachwuchs wieder bei den örtlichen Hauptzollämtern ausgebildet. Im Jahr 2017 befanden in Hannover insgesamt 76 Nachwuchskräfte in der Ausbildung.

Kontrolleinheit Verkehrswege

Durch den Wegfall der Zollkontrollen an den Grenzen zu den EU-Mitgliedsstaaten hat der Zoll diese Aufgaben auf die mobilen Kontrolleinheiten Verkehrswege verlagert.
Die Kontrolleinheit Verkehrswege des Hauptzollamts Hannover führte im Jahr 2017 auf Autobahnen und Bundesstraßen insgesamt 6.000 Personen- und 4.500 Fahrzeugüberprüfungen durch.
Dabei wurden 19.000 Gramm Marihuana, 13.000 Gramm Amphetamine, 1.500 Gramm Kokain sowie Kleinmengen anderer Drogen sowie 33 Waffen und verbotene Gegenstände sichergestellt.
Außerdem stellten die Einsatzkräfte 213.000 Zigaretten und 207 Kilogramm Tabak sicher.
Bei den Kontrollen wurden in 280 Fällen insgesamt 32.000 Euro Kraftfahrzeugsteuer erhoben und 196 Vollstreckungsaufträge bearbeitet. Die Höhe der beigetriebenen Forderungen belief sich hier auf 30.000 Euro.
Im Zusammenhang mit diesen Kontrollen wurden 187 Strafverfahren eingeleitet und 10 Personen vorläufig festgenommen.

Finanzkontrolle Schwarzarbeit

Schwarzarbeit verstößt nicht nur gegen Recht und Gesetz, sondern schadet jedem Einzelnen.
Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung sind ein Problem für Fiskus und Sozialversicherung, aber auch für Unternehmen. Schwarzarbeit ist Wirtschaftskriminalität.

Im Jahr 2017 wurden 1.355 Prüfungen bei Arbeitgebern durchgeführt. Dabei leiteten die FKS-Mitarbeiter 3.130 Strafverfahren und 599 Bußgeldverfahren ein. Im selben Zeitraum wurden 2784 Strafverfahren und 1.539 Bußgeldver-fahren abgeschlossen. 723.000 Euro wurden durch Urteile und Strafbefehle von den Gerichten verhängt. Das Hauptzollamt Hannover setzt 570.000 Euro an Geldbußen fest.

Die ermittelte Schadenssumme belief sich auf sechs Millionen Euro. 29 Jahre Haftstrafen wurden von den Gerichten verhängt.

Prüfungsdienst und Steueraufsicht

Der Prüfungsdienst des Zolls stellt durch Kontrollen bei den Wirtschaftsbeteiligten sicher, dass die Vorschriften des Zoll-, Verbrauchsteuer- und Außenwirtschaftsrechts eingehalten werden.

Mit seinem Prüfungsdienst führte das Hauptzollamt Hannover im Jahr 2017 1.630 Prüfungen und Überwachungsmaßnahmen bei den Wirtschaftsbeteiligten durch.

Nach Auswertung der Prüfungsergebnisse wurden 1,7 Millionen Euro nachgefordert. Im gleichen Zeitraum erhielten die Wirtschaftsbeteiligten 870.000 Euro zu viele gezahlte Steuern zurück.

Im Zusammenhang mit den Prüfungen wurden 81 Ordnungswidrigkeiten verfolgt und elf Strafverfahren eingeleitet.

Bei einer dieser Straftaten wurde ein Gewinn in Höhe von einer Million Euro erzielt. Im Rahmen der Vermögensabschöpfung wurde dieser Gewinn jedoch eingezogen.

Warenabfertigung, Postverkehr und Produktpiraterie

Die enormen Warenströme, die heute "just in time" fließen, kann der Zoll nur mit moderner Verfahrens- und Logistiktechnik bewältigen, um Kosten und Zeitaufwand in Grenzen zu halten, die gleichmäßige und gerechte Abgabenerhebung sicherzustellen und zugleich die Sicherheit der Lieferkette zu gewährleisten.

Mit den IT-Verfahren ATLAS (Einfuhr Drittlandswaren), AES (Ausfuhr Gemeinschaftswaren), EMCS (verbrauchsteuerpflichtige Waren) und NCTS (Versand) stehen Zoll und Wirtschaft effiziente IT-Systeme zur Verfügung.

Damit können Unternehmen alle Warensendungen von, nach und durch Deutschland elektronisch anmelden und abwickeln. Import- und exportorientierte Unternehmen können außerdem bei allen zollrechtlichen Abfertigungsprozessen Vereinfachungen beantragen, womit sich in aller Regel der Gang zum Zollamt erübrigt. Das spart allen Beteiligten Kosten und Zeit.

Durch den weltweiten Internethandel ist auch die Anzahl der bearbeiteten Postsendungen der Zollämter des Haupt-zollamts Hannover weiterhin hoch. Im Jahr 2017 wurden insgesamt rund 46.000 Päck-chen und Pakete abgefertigt.

Marken- und Produktpiraterie verzerren den Wettbewerb und schädigen die Hersteller der Originalwaren. Der Verbraucher hat am Ende oft das Nachsehen. Die festgestellten Fälschungen werden eingezogen und vernichtet. Die Erstattung des Kaufbetrages vom Verkäufer ist nicht immer gesichert.

Die Zollämter des Hauptzollamts Hannover haben im Jahr 2017 in 592 Fällen insgesamt rund 17.000 Plagiate mit einem Warenwert von 1,1 Millionen Euro festgestellt. Überwiegend waren es Bekleidung, Accessoires, Schuhe, Spielzeug und Sportartikel. Wie schon in den vergangenen Jahren stammen die Plagiate überwiegend aus Asien.

Schwierig war mitunter die Abgrenzung zwischen Medikamenten und im Ausland frei verkäuflichen Waren. Nahrungsergänzungsmittel, Naturheilmittel oder Vitamine werden in Deutschland häufig als Arzneimittel eingestuft und dürfen deshalb durch Privatpersonen nicht eingeführt werden.



Flughafen Hannover

Am Flughafen Hannover werden Reisende und Frachtgut aus allen Ländern der Erde von rund 80 Zöllnerinnen und Zöllnern abgefertigt.

Reiseverkehr

Bei der Einreisekontrolle wurden 160.000 Zigaretten und 40 Kilogramm Tabak sichergestellt.
Für mitgebrachte Waren wurden 330.000 Euro Abgaben erhoben.

Auffällig waren die versuchten Einfuhren der Kaudroge Khat. Insgesamt 250 Kilogramm Khat wurden im Jahr 2017 sichergestellt. Außerdem entdeckten die Zöllner bei ihren Kontrollen 10.000 Gramm Amphetamin, 5.000 Gramm Marihuana und 3.000 Ecstasytabletten. Auch Verstöße gegen das Artenschutzübereinkommen wurden im Jahr 2017 festgestellt Sicher-stellungen von verschiedenen Korallen und fünf Kilogramm Fleisch von geschützten Tieren waren die Folge.

Die einfuhr von Milch- und Fleischprodukten unterliegt strengen Regelungen. Zum Schutz der menschlichen Gesundheit wurden über 3.000 Kilogramm Lebensmittel eingezogen.

Frachtverkehr

Im Frachtbereich wurden in der Einfuhr 92.000 Warenpositionen und 590.000 Warenpositionen in der Warenausfuhr registriert.

Die Einnahmen des Zollamts Flughafen lagen mit 121 Millionen Euro unter dem Vorjahresergebnis (143 Mio. Euro).

Auch im Jahr 2017 waren wieder zahlreiche Verstöße im Bereich der Markenpiraterie zu verzeichnen.

So konnten die Zöllnerinnen und Zöllner am Flughafen über 13.000 gefälschte Artikel feststellen. Der Wert der Originalwaren betrug rund 410.000 Euro.

Es handelte sich hier überwiegend um Bekleidung, Sportartikel und Accessoires.


Zollamt Hannover-Nord

Das Zollamt Hannover-Nord ist örtlich für die Stadt und Region Hannover und für den östlichen Teil des Landkreises Nienburg zuständig.

In der Wareneinfuhr 300.000 Warenpositionen zollamtlich behandelt. Das Deutschland ein Exportland ist, spiegelt sich auch in den Zahlen des Zollamts Nord wieder. 5.400.000 Warenpositionen wurden von den Wirtschaftsbeteiligten zur Ausfuhr angemeldet.
Ein- und ausgeführt wurden technische Waren, Textilien, Fahrzeuge, Fahrzeugteile, Chemikalien, Lebensmittel

Im Zusammenhang mit den Wareneinfuhren erzielte das Zollamt Hannover-Nord Einnahmen in Höhe von 33 Millionen Euro.

Im Postverkehr gab es gegenüber dem Jahr 2016 eine Steigerung von 24 Prozent.
Insgesamt wurden 23.800 Postsendungen abgefertigt.

Dabei wurden in 360 Fällen Plagiate mit einem Wert der Originalwaren von 495.000 Euro festgestellt.

Die „beliebtesten“ Plagiate waren Bekleidung, Sportartikel und Schuhe. Daneben wurden auch über 1.100 Artikel eingezogen, die vielfach den Sicherheitsstandards in der EU nicht entsprachen.

Zollamt Messe

Das Zollamt Messe ist für alle zollamtlichen Abfertigungen von Messegütern auf dem Messegelände Hannover zuständig.

Im Jahr 2017 wurden 1.900 Einfuhrsendungen und 150 Ausfuhrsendungen abgefertigt.

An den Einnahmen des Hauptzollamts Hannover ist das Zollamt Messe mit 2,1 Millionen Euro beteiligt.