49 Punkte: Bestwick-Gala gegen die Roller Bulls

United-Topscorer Joe Bestwick sammelte gegen die Roller Bulls 49 Punkte. Damit schoss sich der Brite am letzten Hauptrundenspieltag an die Spitze der Scorerliste – mit zwei Punkten mehr als sein ewiger Rivale Dirk Passiwan. (Foto: N. Bonacker)

Hannover United holt ohne vier siebten Sieg in Folge / Im Playoff-Viertelfinale warten die BG Baskets Hamburg

Hannover. Das war ein wirklich perfekter Tag für Hannover United: Zwei Super-Siege für Erst- und Zweitligamannschaft, eine volle Halle mit traumhafter Basketball-Atmosphäre und ein Joe Bestwick, der sich mit einem Korb mehr als Deutschlands Top-Werfer Dirk Passiwan auf Platz eins der Scorerliste geschossen hat. Nun kann das DRS-Pokal Final Four am nächsten Wochenende nach Hannover kommen.
Der Sport-Sonnabend begann schon gut mit einem überraschenden Erfolg von Hannover United II gegen den Tabellenzweiten der zweiten Rollstuhlbasketball-Bundesliga (RBBL2N), die Hot Rolling Bears Essen (62:56). Wenige Stunden später rollte Hannover United auch in der ersten Rollstuhlbasketball-Bundesliga (RBBL1) als Gewinner vom Feld. Das Team von Spielertrainer Martin Kluck schlug die Roller Bulls Ostbelgien ohne die erkrankten Stammspieler Jan Haller, Alexander Budde, Christoph Lübrecht und Tobias Hell mit 75:49.
Man könnte an dieser Stelle einige Geschichten erzählen: Zum Beispiel die von Andrea Seyrl und Eike Gößling, die nach dem Sieg der zweiten bei der dezimierten ersten Mannschaft ausgeholfen haben. Oder die von Coach Martin Kluck, der sich – eineinhalb Jahre nach seinem letzten Bundesligaeinsatz – auch noch einmal für einige Minuten und einen Punkt in den Sportrollstuhl gesetzt hat. Und natürlich die von Joe Bestwick, der gegen die Roller Bulls viel Verantwortung übernahm und sich mit 49 Punkten auf Platz eins der Scorerliste warf – mit zwei Punkten mehr als sein ewiger Rivale Passiwan von den  Doneck Dolphins Trier.
Man kann aber auch die Geschichte der Mannschaft erzählen. Für United war es zum Hauptrundenabschluss der siebte Sieg in Folge – und Erfolg Nummer 13 insgesamt. Eine tolle Serie. „Das war das Maximum, das wir nach der ärgerlichen Niederlage nach Verlängerung in Hamburg rausholen konnten. Darauf dürfen wir sehr stolz sein“, sagte Kluck. Nach drei Niederlagen gegen den RSV Lahn-Dill, die Thuringia Bulls und Hamburg zum Saisonbeginn startete United eine Serie mit sechs teilweise überzeugenden Siegen. Danach verlor die Mannschaft nur noch die Rückspiele gegen die beiden Topteams und räumte sonst alle Punkte ab und sicherte sich frühzeitig die Playoffs und Platz drei hinter den beiden Großen. Nun geht es im Playoff-Viertelfinale in zwei Wochen gegen die BG Baskets Hamburg, die im direkten Duell um Platz fünf zu Hause überraschend deutlich gegen die Rhine River Rhinos Wiesbaden verloren haben.
Aber zuvor steht das DRS-Pokal Final Four in der heimischen United Arena in Hannover-Stöcken auf dem Programm. Am kommenden Sonnabend stehen sich im ersten Halbfinale die BG Baskets und Rekord-Pokalsieger RSV Lahn-Dill (15 Uhr) gegenüber. Im zweiten Halbfinale muss United gegen den Triple-Sieger RSB Thuringia Bulls (18 Uhr) auf die Platte – Rollstuhlbasketball vom Feinsten. „Wir werden ein Basketballfest erleben“, sagte United-Coach Martin Kluck. „Für mich spielen – unabhängig von der Tabellenplatzierung von Hamburg – die vier besten Teams Deutschlands an diesem Wochenende um den Pokal. Die Fans können sich auf zwei tolle Rollstuhlbasketball-Tage freuen.“
Hannover United: Joe Bestwick (49 Punkte), Eike Gößling (11), Mariska Beijer (8), Jan Sadler (6), Martin Kluck (1), Vanessa Erskine, Andrea Seyrl, Oliver Jantz.
Roller Bulls Ostbelgien: Philippe Minten (13 Punkte), Nazif Comor (12), Lorenzo Boterberg (10), Bart Nulens, Terrence Edja Wato, Davy Bukkers (je 4), Robby Hulsman (2), Juan Bernal.