Acht Akteure sind fix

Greifen mit United oben an: Mariska Beijer (links) und Vanessa Erskine spielen auch in der kommenden Saison in Hannover. (Foto: Maike Lobback/Team zurNieden)

United setzt auf Konstanz: Beijer und Erskine verlängern

Hannover. Der Rollstuhlbasketball macht aktuell keine Pause - auch nicht bei Hannover United. Nach dem Langzeitvertrag von Kapitän Jan Sadler, der im vergangenen Jahr für vier Spielzeiten unterschrieben hat, haben nun auch Mariska Beijer und Vanessa Erskine ihre Verträge beim Rollstuhlbasketball-Bundesligisten Hannover United verlängert. Bei Beijer fühle sich die Vertragsverlängerung gleichzeitig wie eine Verpflichtung an, sagt United-Teammanager Udo Schulz. "Wir sind glücklich, dass Mariska gut und gesund durch die Corona-Pandemie gekommen ist", so Schulz. "Es war uns ein Anliegen, dass wir die gute Zusammenarbeit nach der Corona-Pause fortsetzen und mit ihr in der kommenden Saison erneut um die Playoff-Plätze mitspielen."
Die Niederländerin Beijer hatte zu Beginn der Saison nach langen Überlegungen aus gesundheitlichen Gründen auf eine Teilnahme verzichtet und sich individuell in den Niederlanden fit gehalten. "Die Entscheidung, auch in der kommenden Saison für Hannover United zu spielen, ist mir wirklich leicht gefallen. Im vergangenen Jahr haben mir Team, Management und Fans den Rücken gestärkt. Ich kann es kaum erwarten, in das tolle Hannover zurückzukommen und alle auf und neben dem Court wiederzutreffen", sagt Beijer.
Neben Beijer spielt auch Vanessa Erskine eine wichtige Rolle im Team. Die Deutsch-Amerikanerin war nach dem Aufstieg 2017 von den RSB Thuringia Bulls zu Hannover United gewechselt. Damals stand noch Abstiegskampf auf dem United-Zettel. In ihrer Premieren-Saison kämpfte sich das Team erstmals zum Klassenerhalt in der 1. Rollstuhlbasketball-Bundesliga und wurde sensationell deutscher Vizepokalsieger. Seit dem hat Erskine maßgeblichen Anteil an der Entwicklung des Teams hin zu einer Mannschaft, die dreimal in Folge die RBBL1-Playoffs erreicht hat, in der abgelaufenen Spielzeit erstmals im Halbfinale stand und die mit den Thuringia Bulls erstmals eines der beiden Top-Teams geschlagen hat.
Erskine ist nicht nur in Hannover, sondern auch in Deutschland angekommen. Die 26-Jährige hat die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen und darf nach den Paralympischen Spielen für die Nationalmannschaft aufs Feld rollen. "Ich freue ich riesig auf die nächste Saison. Hannover ist in den letzen Jahren zu meiner Heimat geworden und ich bin froh, ein Teil dieser einmaligen Mannschaft zu sein", sagt Erskine. "Ich kann es kaum erwarten, Mariska und Christoph wieder dabei zu haben, und alle unsere Fans und Unterstützerinnen und Unterstützer wieder in der Halle zu treffen." Für Teammanager Schulz ist Erskine ein wichtiger Baustein im Kader. "An Vanessas Spiel hängt sehr viel für die Mannschaft, auch wenn sie meist nicht am Ball zu sehen ist. Die Wege und Blocks, die sie für ihre Mitspielerin und Mitspieler fährt, bringen viele Freiräume", sagt Coach Martin Kluck. Er schätzt das "sehr gute Spielverständnis" von Erskine. Zudem leite sie junge Spieler gut an.
Mit Kapitän Sadler, Beijer, Erskine, Jan Haller, Oliver Jantz, Tobias Hell, Alexander Budde und Christoph Lübrecht steht das Gros des Kaders für die kommende Spielzeit. Der Verein sucht nach den Abgängen von Joe Bestwick und Matthias Güntner nach Verstärkung auf der Center-Position. "Wir sind in guten Gesprächen und hoffen, dass wir bald Vollzug melden können", sagt Coach Kluck.
Für einige Akteure von Hannover United steht Rollstuhlbasketball derzeit international im Kurs. Mit Alexander Budde, Tobias Hell, Sören Seebold und Luis Conrad kämpfen aktuell vier Jungfüchse bei der U22-Europameisterschaft in Lignano Sabbiadoro (Italien) um eine Medaille. Das Auftaktspiel gewann das Team von U22-Bundestrainer Peter Richarz gegen Polen mit 63:41. Seebold und Conrad durften bei ihren Debüts viereinhalb beziehungsweise fünfeinhalb Minuten aufs Feld rollen. Hell und Budde, dem mit 13 Punkten und 10 Assists ein Double-Double gelang, spielten 20,5 beziehungsweise 31,5 Minuten. Am Mittwoch wartet Spanien im Ringen um den Gruppensieg (18 Uhr, live im Videostream https://bit.ly/3wwfwYr).
Derweil haben United-Kapitän Jan Sadler, Nationalmannschaftskapitän Jan Haller, Oliver Jantz und United-Coach Martin Kluck sich in Wetzlar mit der Männer-Nationalmannschaft auf die Paralympischen Spiele vorbereitet. Ebenfalls in der Verlosung um einen der zwölf Kaderplätze sind Budde und Hell. Kluck begleitet die Selection Camps als Co-Trainer an der Seite von Bundestrainer Nicolai Zeltinger. Zeltinger wird die Entscheidung über die zwölf Tokio-Fahrer wohl in der letzten Juni-Woche bekannt geben.