„Auf Augenhöhe, nicht mit Schlips und Kragen“

Die Perfekta-Unternehmensgruppe war genauso mit im Boot... (Foto: O. Krebs)

Rotary-Pilotprojekt „Marktplatz der Berufe“ startet an der IGS Süd

Langenhagen (ok). Kaufleute im Büro und im Einzelhandel, Kfz-Mechatroniker – Jobs, die bei Jugendlichen oft ganz hoch im Kurs stehen. Aber, dass es noch viele andere interessante Ausbildungsberufe gibt, hat jetzt der „Markt der Berufe“ an der IGS Süd gezeigt. Und das Gute für die Bewerber: In Zeiten des Fachkräftemangels können sich die Kids ihren Arbeitsplatz fast aussuchen, wenn sie nicht ganz auf den Kopf gefallen sind. Der Rotary-Club Wedemark- Langenhagen ist jetzt mit einem Pilotprojekt an die IGS Süd gegangen, hat Berufe mit einem Praxisbezug vorgestellt. Voraussetzung für eine Ausbildung sind in der Regel ein guter Haupt- oder Realschulabschluss. Renate Klingenberg, die das Projekt organisiert hat: „Wir haben bewusst Auszubildende dazugeholt, weil es oft leichter ist für Neuntklässler auf Augenhöhe zu diskutieren als mit jemandem in Schlips und Kragen.“ Ihr Kollege Christian Rimpler, mit seinem Unternehmen selbst Aussteller, sieht das Ganze als sinnvolles Invest in die Gesellschaft. Und auch Lehrer Ferhat Gözacan – an der IGS zuständig für Arbeit/Wirtschaft und Berufsorientierung – ist begeistert von dem Projekt. „Die Schüler müssen sich mal aus der Komfortzone bewegen, und die Unternehmen möchten sich vorstellen.“ Die Kinder brauchen seiner Ansicht nach Input. 135 Schülerinnen und Schüler informierten sich an sieben Stationen – beispielsweise über die Fachkraft für Lagerlogistik (Dr. Rimpler), Kaufmann im Einzelhandel (Expert), Ergotherapeut (Diakovere), Koch (Perfekta Unternehmensgruppe), Erzieher (Pestalozzi-Stiftung), Tierwirt und Milchtechnologe (Hemme-Milch) sowie Elektroniker und Flugzeuggerätemechaniker (Bundeswehr). Das Feedback war auf beiden Seiten sehr positiv, gerade die Technik haben die Fachleute oft an praktischen Beispielen erläutert. Und für die Schüler eine willkommene Abwechslung zum Arbeitsalltag am letzen Schultag vor den Herbstferien. Schulleiterin Mascha Brandt: „Einige Schüler waren erst skeptisch, aber hinterher sehr begeistert und nehmen diese Erfahrungen in die Ferien mit.“ Sie strebt auf jeden Fall eine Wiederholung an, bei der das Interesse der jungen Leute für ganz verschiedene Berufe geweckt wird. Und auch Swantje Klapper, Präsidentin des Rotary-Clubs sagt: „Für uns ist diese Veranstaltung eine Premiere. Wir hoffen, dass dieser Tag den jungen Menschen lange in Erinnerung bleibt und ihnen ein wenig Orientierung bei der spannenden Frage gibt, was sie eigentlich mal werden wollen.“