„Beratungsstellen sind kein Luxus“

Tauschten sich über die Arbeit bei Ophelia aus: Annita Niclaus (von links), Antoaneta Slavova, Caren Marks und Ingrid Otto. (Foto: O. Krebs)

Caren Marks macht sich ein Bild von der Arbeit bei Ophelia

Langenhagen (ok). Die Rahmenbedingungen werden nicht besser für das Team von Ophelia, Beratungszentrum für Frauen und Mädchen mit Gewalterfahrung, das in Langenhagen in der Ostpassage sitzt. Der Bedarf steigt, die Fallzahlen auch. Die SPD-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin Caren Marks machte auf ihrer Sommertour unter dem Motto „Wir kümmern uns um die Kümmerer“ Station in Langenhagen. Und Geschäftsführerin Antoaneta Slavova machte ihrem Herzen Luft und deutlich, wie wichtig die zusätzlichen 8.000 Euro Zuschuss für die weitere Arbeit sind. 22.000 Euro sind es, die bislang sicher aus Langenhagen im Jahre 2018 kommen. Jeweils 8.000 Euro aus Burgwedel und der Wedemark und 5.000 aus Isernhagen. „Wenn wir nicht mehr Geld bekommen, müssen wir die Stundenzahl im Herbst reduzieren“, macht Antoaneta Slavova deutlich. Darüber hinaus ist auch noch ein Standortwechsel – möglichst im nächsten Jahr – geplant. Ophelia braucht größere Räume. Was die Klientel angeht, so gibt Unterschied im Vergleich von 2016 zu 2017: Waren es 2016 hauptsächlich Jüngere die Hilfe gesucht haben, kamen 2017 eher ältere Frauen in die Beratung, die bis zu 20 Stunden geht und oft auch schon therapeutische Ausmaße annimmt. Die Beratung muss natürlich auch komplex verlaufen, für die betroffenen Frauen ändert sich oft ja nicht nur die Wohnsituation, sondern auch die familiären und finanziellen Verhältnisse. 280 Fälle waren es, die 2017 wegen Gewalt zu Ophelia kamen, 291 wegen einer allgemeinen Beratung. Oft verweist das Ophelia-Team bei Lebenskrisen der Frauen aber auch an die Lebensberatungsstelle. „Antoaneta Slavova: „Unser Netzwerk ist ganz wichtig.“ Caren Marks hebt die Bedeutung solcher Beratungsstellen für die Gesellschaft hervor: „Beratungsstellen sind kein Luxus, sondern wichtig, um die Frauen zu stabilisieren.“ Nur 20 Prozent der betroffenen Frauen suchten Beratungsstellen auf, kennt die Staatssekretärin Zahlen. Das Thema häusliche Gewalt nehme gerade nach Festen zu. Aber nicht nur zwischen Männern und Frauen käme es zu Streitigkeiten, sondern auch zwischen Müttern und Töchtern. Das Feld wird also nicht kleiner. Für Ophelia aber nach Aussage Antoaneta Slavovas das Gewinnen von Fachkräften immer schwieriger, solange es keine gesicherte Finanzierung gebe.