Carsten Meyer übt den Spagat

Will beim Golf in Hainhaus einen neuen Weg beschreiten: Betreiber und erster Vorsitzender Carsten Meyer. (Foto: O. Krebs)

Nutzungsvertrag zwischen Golfclub Langenhagen und Golfpark Hainhaus läuft nach 30 Jahren aus

Langenhagen/Wedemark (ok). Er ist über 30 Jahre abgeschlossen worden und läuft zum 31. Dezember dieses Jahres aus. Die Rede ist vom Nutzungsvertrag zwischen dem Betreiber Golfpark Hainhaus GmbH und dem Golfclub Langenhagen e.V., der drei Jahrzehnte lang eine Symbiose dargestellt hat. Eine Symbiose, die zum Jahresende vorbei ist. Vielleicht war der Interessenkonflikt zwischen dem gemeinnützigen Verein auf der einen Seite und der Gesellschaft, die gewinnorientiert arbeitet, auf der anderen Seite dann doch zu groß. Der Vertrag ist jedenfalls beiderseitig aufgekündigt worden. Die Anlage im Norden Langenhagens, die im Landschaftsschutzgebiet liegt, gibt es seit 1992 und gespielt werden können die Neun-Loch-Schleifen Ost, Nord-West, insgesamt 27- Loch.
Der Golfclub Langenhagen ist 1989 gegründet worden, der mittlerweile verstorbene erste Präsident und Ehrenpräsident Reiner Godorr hat die Entwicklung nach Auskunft Carsten Meyers maßgeblich forciert; als Ratsherr der Stadt Langenhagen, als Ortsbürgermeister von Godshorn und als Architekt des Clubhauses. 1996 hatten wir sogar Aufnahmestopp, sagt Meyer, der den Golfpark betreibt und zugleich Präsident des Golfclubs ist. Das sei oft ein Spagat, denn der Verein sei eher gesellschaftlich orientiert, der Betreiber wirtschaftlich. Ein Problem sei auch , dass der Kreis potenzieller Ehrenamtlicher immer geringer werde. Carsten Meyer : „Ansprüche und Transparenz werden immer höher, Professionalität ist gefragt.“ Deshalb sei es wichtig, bei der nächsten Mitgliederversammlung die Weichen für die Zukunft zu stellen und die Kompetenzen klar zu regeln. Der Golfpark sei ein kleines Unternehmen, dass acht Greenkeeper und drei weitere Kräfte im Büro beschäftigt. Bislang zahle der Verein für jedes aktive Mitglied eine pauschale Summe für die Platzpflege des rund 100 Hektar großen Golfareals, eine Umlage würde von den Mitgliedern abgelehnt, falls die festen Kosten nicht gedeckt werden können. Der Zulauf sei gerade nach dem Lock-Down sehr groß, die Sportler ziehe es an die frische Luft. Was die Mitgliederversammlung angeht, so gebe es eine große Herausforderung: Bei 800 Mitgliedern im Alter zwischen sechs und 87 Jahren sei ein reales Treffen nicht möglich, digital sei auch sehr schwierig, weil viele Mitglieder schon älter sein. Carsten Meyer:“ Wir haben uns deshalb für ein aufwändiges schriftliches Umlaufverfahren entschieden. Weil ein Antrag auf Satzungsänderung im schriftlichen Umlaufverfahren schwierig zu realisiren ist, wird eine Entscheidung für die Zukunft des Golfclub Langenhagen bei der nächsten Präsenzveranstaltung im Frühjahr 2021 getroffen.
Meyer wird auch in Zukunft dafür sorgen, dass der Betreiber das Training der Jugend und der Mannschaften übernimmt. Nur: Ist ein Golfclub dann überhaupt noch notwendig und zeitgemäß? Für Carsten Meyer nicht: Er will die Strukturen gern so ändern, dass aus dem bisherigen Golfclub Langenhagen ein Förderverein wird. Meyer:“ So ist es nach wie vor möglich, Spenden Quittungen auszustellen.“ Aber egal, wie das Votum im Ende des Jahres ausfällt. Weiter gehe es so oder so. Die Konkurrenz sei mit vielen Golfanlagen in der Region Hannover zwar groß, aber die 27-Loch-Anlage mit ihren umfangreichen Übungseinrichtungen ermöglicht eine große Flexibilität.