„Damit rennen Sie bei mir offene Türen ein“

Regions-Dezernent Ulf-Birger Franz stellt sich Regionselternrat in Videokonferenz

Region Hannover (ok). Ein Dezernent der Region ist auch in der Corona-Pandemie nicht nur beruflich stark gefordert. Ulf-Birger Franz musste am Donnerstagabend mit seinem Sohn noch Mathe machen. Ein Fach, das nicht unbedingt zu seinen stärksten zählte und herausfordernd sei, gab der Regionsrat unumwunden und schmunzelnd zu. Und Herausforderungen musste er sich auch vorher in einer Videokonferenz stellen, zu der ihn der Regionselternrat eingeladen hatten. Die Themenpalette mit Fragen zur Schule in Pandemiezeiten war breit - Infektionsschutz, Digitalisierung mit Breitbandanbindung, Schülertransport und Entzerrung des Schulbeginns die wichtigsten Themen. Franz sieht die Region und sich gut aufgestellt, aber vor allen Dingen beim Thema Digitalisierung blieb dem Regionselternrat unter der Leitung des Vorsitzenden Oliver Röttger die Spucke weg. Mit einer Breitbandanbindung, die ja zu Pandemiezeiten essenziel sei, könne erst Ende 2023 gerechnet werden. Die Federführung liege bei der Telekom, die den Fahrplan nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten vorgebe und entscheide, welche Schulen zuerst angeschlossen werden. Kontrolle durch den Auftraggeber: Fehlanzeige. Anders sieht es dagegen beim Thema Schülertransport aus. Franz zeigte sich in Sachen Entzerrung flexibel und sagte den anwesenden Mitgliedern: „Damit rennen Sie bei mir offene Türen ein.“ Der versetzte Schulanfang liege im Ermessen des jeweiligen Schulvorstandes. Die Region als Verantwortliche für die jeweilige Schülerbeförderung könnte die Fahrtzeiten der Busse aber unproblematisch anpassen. Eine wissenschaftliche Erkenntnis im Verlauf der Pandemie ist, dass Infektionen eher durch Aerosole als durch Schmierinfektion übertragen werde. Gleichwohl bleibe die Handhygiene ein probates Mittel zu Corona-Zeiten. Die Eltern hoffen, dass jetzt endlich ein Umdenken ohne Lüften stattfinde. Lüfter senkten die Virenlast dauerhaft. Franz fordert allerdings einen einwandfreien Beweis und Garantien von Fachfirmen. Letztendlich sei Präsenzunterricht mit maximal möglichen und praktikablen Maßnahmen das Ziel. Was das Thema kostenlose Schülercard angeht: Es werde sie nicht geben. Einfacher Grund: zu teuer. Im Moment gibt es sie nur für Mädchen und Jungen, die mehr als zwei Kilometer von der Schule entfernt wohnen, die Regelung ist auf Berufsschüler ausgedehnt worden. Für den Regionselternrat nicht verständlich – es sei zwar richtig, dass die Schülercard in den Ferien genutzt werde, aber eine Ungerechtigkeit gegenüber den Schülern, die nicht in den Genuss kämen. In den Linien- und Fahrplan des GVH sollen nach Ansicht des Regionselternrates auch die Schulen in freier Trägerschaft aufgenommen werden. Für Franz kein strukturelles Problem, er sieht da keine Benachteiligung. Bei der Montessori-Schule Wedemark sei die fehlende Anbindung bekannt, dem Problem wolle er sich annehmen.