Der Herr über alle Figuren

Sie gibt’s bei Lesungen nur im Doppelpack: Autor Christian Oehlschläger (rechts) und Lektor Ulrich Hilgefort.

Krimi-Förster Christian Oehlschläger liest aus seinem vierten Werk „Der Waldvogel“

Langenhagen/Wedemark (ok). Der Krimi-Förster hat wieder zugeschlagen: Nach „Der Schwanenhals“, „Der Kohlfuchs“ und „Die Wolfsfeder“ heißt das neueste Werk von Christian Oehlschläger aus Großburgwedel „Der Waldvogel“. Nur so viel sei verraten – in diesem Krimi mit dem Ermittlerduo Maike Schnur und Robert Mendelski kommt auch ein wenig Sex und Crime vor; die Handlung führt die beiden Polizisten ins Rotlichtmilieu, denn es geht um den Mord an einer Straßenprostituierten. Aber Oehlschläger – der heute 57-Jährige hat mit 14 Jahren bereits seine erste Kurzgeschichte verfasst – bleibt seiner Linie auch dieses Mal treu, das Genre des Land- und Waldkrimis wird nicht verlassen. „Ich habe mir immer gesagt, Förster bleib bei deinen Leisten“, so Oehlschläger schmunzelnd über die leichte Abwandlung des bekannten Sprichwortes. Und Wert legt er auch darauf, dass „Der Waldvogel“ beileibe keine Sozialstudie darstellt; käuflicher Sex lediglich das Umfeld der Handlung sei. Fantasie hat Oehlschläger nach eigenen Angaben schon immer gehabt; schon in Schule haben dem Förster Aufsätze mehr gelegen als Diktate. Er schreibt frei von der Leber weg, wechselt die Handlungsstränge nach Belieben. Und der gebürtige Brelinger liebt für allen Dingen die künstlerische Freiheit, die ihm die Autorentätigkeit lässt: „ich kann sterben lassen, wen ich will, bin der Herr über alle Figuren.“
Was die Entstehung eines neuen Werks angeht: Da ist der Vater zweier Söhne ganz eigen. „Ein Krimi ist wie ein Rätsel, bis zum Schluss wird nichts preisgegeben“, lautet Oehlschlägers Maxime. Etwa ein Dreivierteljahr arbeitet Christian Oehlschläger, der beruflich schon Erfahrungen im mittelamerikanischen Raum gesammelt hat, quasi „unter Verschluss“, dann bekommen seine Frau und sein Lektor Ulrich Hilgefort, mit dem Oehlschläger übrigens auch zusammen bei Lesungen auftritt, das Manuskript als Erste zu Gesicht. „Und meine Frau ist sehr kritisch, aber das ist auch gut so“, räumt Oehlschläger ein, der sich übrigens mit ihr zusammen immer den „Tatort“ anschaut. Geprägt worden ist Christian Oehlschläger, dessen Werke auch schon in Jägerfachzeitschriften rezensiert worden sind, übrigens vom schwedischen Erfolgsautor Henning Mankell. Wer mehr über ihn wissen möchte: Seine Homepage www.christian-oehlschlaeger.de ist sehr ausführlich. Und wer den Krimiförster persönlich kennen lernen möchte, hat am Mittwoch, 30. Novermber, und am Donnerstag, 1. Dezember, Gelegenheit dazu. Christian Oehlschläger stellt zusammen mit Lektor Ulrich Hilgefort den „Waldvogel“ vor. Der erste Termin am Mittwoch findet in der Buchhandlung Böhnert im CCL in Langenhagen statt; die zweite Lesung mit Autogrammstunde am Donnerstag in der Buchhandlung von Hirschheydt, Am Langen Felde 5 bis 7, in Mellendorf. Beginn: jeweils um 19.30 Uhr. Der Eintritt kostet in Langenhagen sechs Euro und in Mellendorf acht Euro, wobei in der Buchhandlung von Hirschheydt an dem Abend vier Euro auf jeden Einkauf angerechnet werden.