Die Defensive war ein wichtiger Baustein

United-Center Christoph Lübrecht (Mitte) setzt sich gegen Katharina Lang und Tim Diedrich von den ING Skywheelers durch. (Foto: M. Lobback)

60:52: United streckt sich erfolgreich gegen die ING Skywheelers

Hannover. Das war ein großer Spaß. Nach einem letzten Korb von Jan Haller 64 Sekunden vor Schluss glaubte in der United Arena niemand mehr an ein Comeback der Gäste. Jedenfalls nicht auf den Rängen. Mit neun Punkten lag Hannover United gegen die ING Skywheelers Frankfurt in Front. Die United-Fans spendierten der Mannschaft minutenlang stehend Applaus. Zwei Timeouts und einen Freiwurf-Treffer von Frankfurt-Star Nico Dreimüller, seinem einzigen Punkt in Hälfte zwei, jubelte die Mannschaft mit ihren Unterstützerinnen und Unterstützern auf den Rängen über den 60:52-Erfolg am 3. Spieltag der 1. Rollstuhlbasketball-Bundesliga.
Vor der Erleichterung über den zweiten Saisonsieg war das Zittern. Das zog sich praktisch durch die komplette zweite Halbzeit. Hier mal zwei Punkte Vorsprung für Hannover, dann lag Frankfurt wieder einen Zähler vorn. Abwechselnde Führung hier und da - und wenn ein Team die Möglichkeit hatte, davonzuziehen, landete der Wurf statt in der Reuse auf dem Ring. Bezeichnend: Im Schlussabschnitt waren bis zur Hälfte auf beiden Seiten nur je vier Punkte verzeichnet.
Am Ende hatte Hannover United mehr Geduld als die Gäste - und die bessere Abwehr. Ganz wichtig: Die United-Defense setzte Nationalspieler Dreimüller nach der Pause schachmatt. Dreimüller war vor zwei Wochen gegen Köln mit 35 Punkten, davon fünf Dreiern, überragender Spieler. „Wir waren natürlich gewarnt“, sagte United-Spielmacher Haller. „Wenn wir jemanden wie Nico am Ende auf elf Punkten halten und ihm nur zehn Würfe gestatten, ist der defensive Gameplan voll aufgegangen.“
Dreimüller, der sein Team vor dem Seitenwechsel mit zwei Dreiern im Spiel gehalten hatte, sagte nach der Sirene: „Ich wurde so hart verteidigt, wie lange nicht mehr. Es war schwierig für uns, offene Würfe zu kreieren. Ich für mich muss einen Weg finden, weiter produktiv zu sein und nicht nur einen Punkt zu machen. Nur vier, fünf Punkte in der zweiten Halbzeit und das Spiel wäre schon enger gewesen.“
Außerdem brachten lange Arme entscheidende Vorteile für Hannover United. 1:44 Minuten waren im dritten Viertel zu spielen, als Haller einen Pass von Skywheelers-Zugang Josephine Dehart wegtickte und allein auf den Frankfurter Korb zurollte - 44:43 für Hannover. Großer Jubel auf Hannovers Bank. Eine Minute später schnappte sich United-Turm Jan Gans nach einem missglückten Versuch von Katharina Lang unter dem Korb einen Rebound und spielte den Ball gedankenschnell dem davon eilenden Jan Sadler in den Lauf - 48:45.
Ein Knackpunkt, auch wenn Frankfurt im vierten Viertel nochmal auf einen Zähler herankam. Doch United hatte das Momentum durch die schnellen Punkte auf seiner Seite. „Wir hatten mehr Geduld, mehr Tiefe in der Bank, ich glaube auch die besseren Rotationen und sind in den richtigen Momenten in der Zweiten Halbzeit sehr ruhig geblieben“, sagte United-Kapitän Sadler. „Am Ende hat es lange gedauert, weil Frankfurt einfach auch gut gespielt hat.“
Am kommenden Sonnabend ist Hannover United bei Rekordmeister RSV Lahn-Dill zu Gast (Sonnabend, 19.30 Uhr). Am 23. Oktober (18 Uhr) empfängt United Aufsteiger RBC Köln 99ers mit Ex-Topscorer Joe Bestwick in der United Arena.
Hannover United: Jan Sadler (15 Punkte), Jan Haller (14), Alexander Budde (10), Jan Gans, Christoph Lübrecht (je 8), Mariska Beijer (3), Tobias Hell (2), Vanessa Erskine, Oliver Jantz.
ING Skywheelers: Tim Diedrich (15 Punkte), Nico Dreimüller (11), Christoph Spitz (8), Katharina Lang (6), Sven Diedrich (4), Marian Kind, Josephine Dehart (je 3), Fabian Gail (2), Lisa Nothelfer, Florian Miller, Maria Kress, Carsten Crombach.