Die Verteidigung war der Schlüssel zum Sieg

Hannover United feiert den Erfolg gegen die Rhine River Rhinos und den Sprung auf Platz drei. Freude auch bei Jan Sadler, der sich am Freitag noch ins Goldene Buch der Gemeinde Wedemark eintragen durfte. (Foto: M. Lobback)

64:45 - Hannover United knackt die Presse der Rhine River Rhinos

Hannover. Das ist ein Jahres-Auftakt nach Maß für die Rollstuhlbasketballer von Hannover United. Nach dem 87:48 bei den Doneck Dolphins Trier vor Wochenfrist besiegte das Team von Trainer Martin Kluck im Spitzenspiel der ersten Rollstuhlbasketball-Bundesliga (RBBL1) die Rhine River Rhinos Wiesbaden mit 64:45. Ein wichtiger Erfolg im Kampf um die Playoff-Plätze. United zieht mit dem Sieg an Wiesbaden vorbei auf Platz 3 und schnappt sich nebenbei noch den direkten Vergleich. Mit Jan Sadler (17 Punkte), Amit Vigoda (13), Jan Haller (12) und Jan Gans (10) trafen vier Spieler zweistellig.
Doch nicht zu unrecht heißt es ja häufig: Spiele gewinnt man in der Defensive. Wer unter dem eigenen Korb ordentlich aufräumt, hat mehr Zeit und Sicherheit, Unruhe auf der anderen Seite zu verbreiten. Das Abwehrspiel ist in erster Linie eine Gemeinschaftsaufgabe. Aber es gibt auch immer Einzelne, deren Arbeit im Verbund eine besondere ist, was sich selten in Statistiken niederschlägt.
Tobias Hell ist so jemand. Der Lowpointer im Trikot von Hannover United hat im Spitzenspiel der ersten Rollstuhlbasketball-Bundesliga fast 25 Minuten unermüdlich für seine Mitspieler gerackert. Hier eine Sperre stellen, dort einen Gegenspieler ausbremsen, an anderer Stelle nochmal eine Hand beim Rebound eher an den Ball bekommen als die gegnerischen Center. Die Belohnung für den großen Aufwand: Hell verzeichnet nach Jan Haller (plus 23) mit plus 20 die zweitbeste Plus-Minus-Statistik beim wichtigen Sieg gegen den Playoff-Konkurrenten, dazu der Sprung auf Platz drei- und ein Lob vom Routinier. "Wir haben gegen die Rhine River Rhinos, die so viel offensives Talent haben, nur 45 Punkte zugelassen. Das ist eine Qualität, die wir zu Beginn der Saison noch nicht hatten. Das war heute richtig gut", sagte Haller.
Ein anderer Routinier lobte hingegen das Angriffsspiel von United. "Das Spiel hat gezeigt, dass wir mit vier Spielern zweistellig punkten können. Das macht es für andere Teams unheimlich schwierig, uns zu verteidigen", sagte Jan Gans. Allerdings habe die Mannschaft einige einfache Ballverluste gehabt. Daran gelte es zu arbeiten, so Gans. Der ehemalige Nationalspieler war zu Saisonbeginn zu United gestoßen - nach zwei Jahren Rollstuhlbasketball-Pause. Inzwischen ist der 34 Jahre alte Center nicht mehr wegzudenken aus der Mannschaft. "'Goose' tut uns ungemein gut. Wenn du in einem so hart umkämpften Spiel wie heute jemanden wie Jan Gans an der Mittellinie steht hast, der im Aufbau gegen die Press-Verteidigung die Bälle pflückt und mit seiner Erfahrung in Ruhe schaut, wohin er weiterspielen kann, hilft das ungemein", sagt Haller.
Am zwölften Spieltag ist Hannover United kommendes Wochenende zu Gast bei den ING Skywheelers Frankfurt (Sonnabend, 18 Uhr). "Das ist das nächste schwere Spiel, zumal Frankfurt sich nochmal mit Kim Robbins verstärkt hat", sagt Haller. "Wir sind aktuell in einer ganz guten Situation", so Haller. "Wir genießen es, zusammen zu spielen. Wir arbeiten im Training hart an vielen Dingen, um besser zu werden. Wir wollen auf jeden Fall wieder in die Playoffs. Dass wir das Zeug dazu haben, haben wir gegen Wiesbaden unter Beweis gestellt."

Hannover United: Jan Sadler (17 Punkte), Amit Vigoda (13), Jan Haller (12), Jan Gans (10), Alexander Budde (6), Oliver Jantz, Tobias Hell, Christoph Lübrecht (je 2), Vanessa Erskine.
Rhine River Rhinos: Louis Hardouin (12 Punkte), Andre Hopp (10), Matthias Güntner (9), Chayse Wolf, Arinn Young (je 6), Svenja Mayer (2), Jim Palmer, Nicola Damiano, Gijs Even.